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Sturz durch alle Spiegel: Eine Bestandsaufnahme
 
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Sturz durch alle Spiegel: Eine Bestandsaufnahme [Taschenbuch]

Ursula Priess
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (8. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442741203
  • ISBN-13: 978-3442741205
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 230.174 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ursula Priess
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein schmales, aber hochverdichtetes Erinnerungsbuch – das bewegende Dokument einer schonungslosen Selbstanalyse. Die Autorin hat ein Buch geschrieben, das neben dem Werk von Max Frisch bestehen wird.« (Richard Kämmerlings, FAZ )

»Nicht nur Frisch-Leser werden von diesem Buch fasziniert sein. Mit ihrem Buch ›Sturz durch alle Spiegel‹ hat Ursula Priess der Liebe zu ihrem Vater ein großartiges Denkmal gesetzt, unpathetisch und bewegend.« (Volker Hage, Der Spiegel )

»Ein zärtliches Tochterbuch. Das Buch ist in seinem eigenen Staunen über das Leben, in seinem immer wieder aufscheinenden Erschrecken über das Unausweichliche dieser magnetischen Liebesgeschichten ebenso glaubhaft wie schön.« (Volker Weidermann, FAS )

Kurzbeschreibung

Ein wahres, ein wahrhaftiges Tochter-Vater-Buch

»Der Frisch also, der ist Ihr Vater! Sie erschrak - daß er nicht Max Frisch sagte, auch nicht Herr Frisch, und in welchem Ton er es sagte! Aber auch er schien erschrocken.«

Eine Frau und ein Mann haben den Sommer über miteinander telefoniert, nun treffen sie sich in Venedig. Sie wissen fast nichts voneinander, aber schon bald stellt sich heraus, dass es in ihren Vorgeschichten fatale Überschneidungen gibt. Der Mann kannte Ingeborg Bachmann zu jener Zeit, als diese mit dem Vater der Frau, Max Frisch, zusammenlebte. Je länger die beiden durch Venedig schlendern, umso deutlicher wird ihr: Der Mann muss jenes nicht zu greifende Phantom gewesen sein, an dem ihr Vater in seiner Eifersucht schier zerbrochen war. Die Begegnung in Venedig endet verhängnisvoll. Der Mann flieht, und die Frau stürzt durch alle bis dahin sicher geglaubten Selbstbilder. Ein bewegendes Zeugnis vom Versuch der Tochter, die schwierige Beziehung zum Vater neu zu sichten und darüber ihre eigene Stimme zu finden.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Stotz
Format:Gebundene Ausgabe
Achtzehn Jahre nach dem Tod des Schweizer Autors Max Frisch setzt sich seine Tochter Ursula öffentlich mit ihrer komplexen Vater / Tochter-Geschichte auseinander.

Ausgangspunkt ihrer Gedankenreise in die Vergangenheit ist ein im doppelten Sinn bezeichnendes Erlebnis; nicht zum ersten Mal wird sie von einem Mann auf die Rolle der Tochter Frischs konzentriert. Doch dieser Mann scheint auch im Leben des Vaters eine besondere Rolle gespielt zu haben als derjenige, der wie ein dunkler Schatten über Frischs Beziehung zu Ingeborg Bachmann schwebte und damit der Ausgangspunkt gewesen sein könnte für all die Eifersuchtsdramen, der der Leser aus "Mein Name sei Gantenbein" kennt.

Vorsichtig nähert sich Ursula Priess dem Vater, einkreisend, umschreibend, sachte herantastend. Der Stil ihrer Erzählung erinnert stark an Werke Frischs, vor allem an "Montauk", und hält diesem Vergleich in allen Belangen stand. Immer wieder wechselt sie die Perspektive vom "ich" zum "sie" und unterstreicht damit die Befangenheit, die sie umgibt, wenn sie sich seiner - und damit auch ihrer eigenen - Vergangenheit nähert, eine Vergangenheit, die immer auch das Ergebnis von bewusster Inszenierung war und der Rolle des Vaters als öffentlicher Person geschuldet ist: Frisch hat sein Leben in Literatur verwandelt und dabei vor der Tochter nicht Halt gemacht. Das wirkt nach. Bis heute.

Entstanden ist das facettenreiche Bild einer komplexen Beziehung. Und das ehrliche, intime Bild einer großen gegenseitigen Liebe, die immer wieder an der Sprachlosigkeit beider leidet, die tiefe Verletzungen und dauerhafte Narben hinterlassen hat.

Erst ganz am Ende können sich Vater und Tochter wirklich nah sein - fast wäre es zu spät gewesen.

Ein großes kleines Buch über Liebe, Offenheit, Ehrlichkeit, das nicht nur für Frisch-Leser interessant ist.

Für mich die Lese-Entdeckung dieses Frühsommers
War diese Rezension für Sie hilfreich?
42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Als Tochter eines berühmten Mannes zu leben kann zur Last werden und zu einer Bürde, insbesondere, wenn der Vater ein sehr schwieriger Mann ist!
Ursula Priess ist den gemeinsamen Spuren ihres Vaters und ihres eigenen Weges gefolgt.
Ihre Aufzeichnungen wurden zu einer intensiven Auseinandersetzung, die voller Widersprüche, Ängste und Vergeblichkeiten steckt.
Sie ist die Tochter von Max Frisch, einem der bekanntesten Nachkriegsautoren der Schweiz, aus dessen Feder so bedeutende Titel wie '"Mein Name sei Gantenbein"' oder
'"Stiller'" stammen. Er bemühte darin wechselnde Identitäten, vielleicht als Teil seines eigenen Beziehungsunvermögens. Später schrieb er politische Theaterstücke, als bekannteste seien hier die Stücke "'Biedermann und die Brandstifter'" und "Andorra"' genannt.

Warum beziehe ich mich auf diese Titel?
Sie zeigen einen hoch begabten jedoch von unglaublicher Unruhe gezeichneten Mann, dessen Frauenbeziehungen häufig wechselten. Mit einem solchen Vater verbunden zu sein, mag erhebliche Irritationen auslösen. Und darum geht es in diesen Reflexionen über eine Vater-Tochterbeziehung.

In assoziativer Manier wechseln die Schauplätze und Bilder, in denen sich Ursula Priess ergeht. Die Diktion wechselt vom "'Ich"' zum verfremdenden "'sie"'.
Ursula Priess lernt einen Mann kennen, in den sie sich verliebt, und mit dem sie sich in Venedig trifft. Wie sich herausstellt, hat er ihren Vater gekannt. Sie kommen erst allmählich auf diesen Tatbestand, und ihre Beziehung beginnt kompliziert zu werden.
Hat es einst eine Rivalität um Ingeborg Bachmann zwischen diesem Mann und Max Frisch gegeben?

So wie ihr Vater das Tagebuch als literarische Form bevorzugte, ähnelt die Bestandsaufnahme von Ursula Priess einer Tagebuchaufzeichnung.
Man kann an den mit Daten versehenen Kapiteln ablesen, zu welcher Zeit sie sich wo aufgehalten hat. Rom und Zürich, Locarno und der Luganer See waren Stationen, an denen sie Erinnerungen an den Vater überkommen. Fassbar ist sein Charakter nicht, und eine Beziehung im väterlichen Sinne konnte nicht entstehen. Zu selbstbezogen scheint der Vater gewesen zu sein, als dass sein Einfluss nachhaltig positiv gewesen wäre. Die Eltern lebten in Spannung. Als Kind reagiert die Tochter mit Gefühlen des Missbehagens auf die unausgesprochenen, dumpfen Bedrückungen. Eine stille Bewunderung ist jedoch beim Lesen der Aufzeichnungen zu spüren, zugleich auch immer wieder Distanz und Fremdheitsgefühle.
Die Assoziationen gleichen vorüber ziehenden Impressionen eines Lebens, in der Ursula Priess den Vater zu fassen trachtet, ängstlich, nervös, überwältigend und suchend. Ihr Erzählstil ist gleichzeitig verschleiernd und aufdeckend, Spuren suchend und verwerfend, sich mühsam annähernd.
Es bleibt eine stete Angst, den Vater durch in seinen Augen ungebührliches Verhalten zu verlieren. Das falsche Wort zur falschen Zeit,--es könnte die Beziehung zerstören! Liebt sie ihn also doch mehr, als sie sich das eingestehen wollte in all' den Jahren?

Vorsichtig erfahrene Nähe zeigt sich erst kurz vor seinem Tod, als die Tochter sichtlich erschüttert den Vater in Schwäche und Verfall erlebt.
Durch die Erinnerungen der Tochter ziehen sich die Frauengeschichten des Vaters, der, einmal getrennt, nie wieder von der Mutter der Autorin etwas wissen will. Eifersucht und Enttäuschungen markieren die Stationen, die er mit den jeweiligen Geliebten teilt.

Mit Erschütterung liest man, wie Vater und Tochter einander umkreisen, sich bemühen, in archaischen Widersprüchen ersticken, Glück und Unglück erfahren, und der Vater sogar von ' Schuld' spricht, die in einem Leben unausweichlich neben dem Glück erscheint.

Die Autorin, die als Heilpädagogin gearbeitet hat, lebt im Norden Deutschlands. Sie steht dem Vater in nichts nach mit ihren Aufzeichnungen. Sie zeigt sich als sensible, wache und wunderbar formulierende eigenständige Dichterin, die in gesetzten Worten treffend und plausible ihre innere und äußere Spurensuche nach dem Vater beginnt und vollendet.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Beccaris
Format:Gebundene Ausgabe
Als Tochter eines sehr bekannten Schriftstellers aufzuwachsen und aus dessen Schatten herauszutreten, eine Thematik, die mich interessiert hat.

Die Autorin erzählt zeitweise unverhüllt, dann aber auch wieder sehr diskret, ohne allzu viele Details preiszugeben, verschiedene Episoden aus dem (Zusammen-)leben mit ihrem dominanten und auch schwierigen Vater, dessen Liebe und Anerkennung sie sich immer wieder auf's neue zu erkämpfen versucht. Ein paar Mal gelingt es ihr, die Aufmerksamkeit des Vaters auf sich zu lenken, oftmals bleiben ihre Erwartungen jedoch enttäuscht. Als Leser verspürt man viel Reue über verpasste Chancen, über Nichtgesagtes oder -getanes bis zum Ende des Buches. Beim Umblättern der letzten Seite bleibt ein schwermütiges Seufzen.

Sprachlich war das Buch für mich durchaus ansprechend, wenn auch ein paar holprige Formulierungen und Wiederholungen nicht auszuschliessen sind.
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