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Sturz in die Nacht: Die Geschichte einer Depression
 
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Sturz in die Nacht: Die Geschichte einer Depression [Gebundene Ausgabe]

William Styron , Willi Winkler
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover (12. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550088299
  • ISBN-13: 978-3550088292
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 160.704 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

William Styron
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Höllentrip, die Hiob-Erzählung eines Überlebenden" (Der Tagesspiegel)

"Ein früher Versuch, die Depression zu entstigmatisieren. Zugleich ist der Text aber auch der Versuch, für ihr wortloses Grauen Worte zu finden." (Die Welt)

"Dem Sturz in die Nacht folgt ein Leben mit der Drohung ständiger Finsternis. Styron jedoch gelingt es, den Kopf zu heben und die Sterne zu sehen." (NRZ Neue Ruhr Zeitung, 2010)

Kurzbeschreibung

"Ich habe bis an die Grenzen des Erträglichen unter der Krankheit gelitten und bin doch zurückgekommen, um davon zu berichten." William Styron schreibt mit großer Aufrichtigkeit über seinen Kampf gegen die Depression, eine Krankheit, die noch immer kaum verstanden wird und mit vielen Tabus belegt ist. Ganz ohne Selbstmitleid erzählt er dabei von der "grimmigen Innerlichkeit des Schmerzes", von Angstzuständen, Selbstmordgedanken und der Unfähigkeit, sich seiner Umwelt mitzuteilen. Nach einer langen Zeit des Leidens findet er schließlich im Rückblick Worte für ein Leben am Rande des Wahnsinns und gibt so auch denen eine Stimme, für die das Grauen der Depression unausdrückbar ist.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In diesem Buch schildert der Autor von <<Die Bekenntnisse des Nat Turner>>, einem bekannteren amerikanischen Buch, die Geschichte seiner Erkrankung an einer Depression. Sprachlich sehr schön, allerdings teilweise auch mit viel Pathos, berichtet uns der Autor von seinen Erfahrungen mit der Krankheit, Erkenntnissen philosophischer Art, die er durch sie gewonnen hat, den schmerzhaften Symptomen, Erfahrungen mit falscher Behandlung durch Ärzte, Reaktionen seiner Umwelt und schließlich seine Heilung.
Die Schilderung dieser Depression würde ich nicht als charakteristisch einordnen, die sehr schwere Depression ist hier auch literarisch verarbeitet und in Zusammenhang mit Literatur und Kunst zu betrachten. Das Buch ist sicher nicht unbedingt für Betroffene zu empfehlen, da es trotz abschließender Heilung und einigen positiven Überzeugungen des Autors nur wenig davon vermittelt. Interessant sind verschiedene Theorien über die Entstehung von Depressionen, allerdings eher in einem philosophischen Kontext.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Dann sinkst du in die ew'ge Nacht zurück,
Siehst tausend Elend auf dich zielen,
Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen!
Ja erst im ausgelöschten Todesblick
Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück."
(Ludwig Tieck, aus dem Gedicht Melancholie)

William Styron (1925-2006) hat bis an die Grenzen des Erträglichen über Monate unter dieser Krankheit gelitten und ist zurückgekommen, davon zu berichten. Seit Enkes Freitod aus einer Depression heraus ist in diesem Lande das Thema in die Öffentlichkeit gezerrt. Wie ein großer Tsunami überrollte es die Gemüter, um doch wieder abzuschwellen. Mit den Neuerscheinungen des Jahres 2010 von Miriam Meckel (Brief an mein Leben) und ihrer Selbstdarstellung ihres Burn-outs und auch von Styrons Veröffentlichung aus dem Jahre 1990 in deutsch sind die Themen: Burn-out, Depression und Melancholie parallel zum gesellschaftlichen in literarischen Blickpunkt gerückt. Doch in der Literatur sind die menschlichen Befindnisse schon immer deren Wurzeln, denn die Geheimnisse des Menschseins, seiner Seele und seiner Verfassung waren die Inspirationen für Sophokles, Aischylos, Dante, Chaucer, Shakespeare und andere.

Die berühmteste Gemütsverfassung und deren Umgang damit kennen wir von Hamlet. "Sein oder Nicht-Sein?" - diese Frage stellt sich den Betroffenen und in dieser Weise begegnen wir hier Styron in all seiner Aufrichtigkeit im Kampf um sein Leben gegen die Depression. Ihm gelingt es, aus der eigenen Erfahrung die Erfahrungen anderer, real oder angelesen, zu integrieren und ein Muster aufzubauen, was ihm hilft, sich aus dem "Sturz in die Nacht" so zu befreien, dass am Ende eine "lichte Weltenseite" (Dante) erscheint, die dem Tieckschen "ersten Glück" entspricht. Auch ihm stellte sich die Frage des wirklich ernsten philosophischen Problems, wie es Camus im Mythos formulierte: dem Selbstmord. Eben die Frage nach jener Entscheidung, ob sich das Leben lohne oder nicht?

William Styron hat subjektiv, persönlich und offen sich all die Monate an dieser Frage gerieben, zumal mit zunehmender Wirkung der Depression die Frage um so dringlicher wurde. Hilfe fand er bei seiner Frau, die Empathie und emotionalen Beistand im Übermaß hatte, bei seinem Arzt, den er als nunmehr Hobby-Pharmakologe als ärztlichen Sparringspartner Wert schätzte. Aber letztendlich war der Aufenthalt in einer Klinik gewinnbringend und heilend. Dieses 'auf-sich-zurückgeworfen-werden' in der Abgeschiedenheit und für die Dauer des Klink-Aufenthaltes haben ihn geheilt. Seine Erfahrungen, sein angelesenes medizinisches Wissen, seine Denkmodelle teilt er dem interessierten Leser mit. Sein Pendeln zwischen "unrealistischer Hoffnungslosigkeit" und der erfreuten Zuneigung anderer Menschen rückt er beredt in den Fokus der Betrachtung. Es gelingt dem Leser, sich dem Autor nahe, wie auch weit entfernt, d.h. sachlich begleitend zu nähern. Es scheint, dass genau diese Krankheit auf der einen Seite ihm einen Knacks gegeben hat, andererseits dieser Knacks ein besseres Bewußtsein bewirkte. Er gibt sich als Beispiel für den möglichen Sieg über die Depression, aus der Nacht tritt er hervor "zum Wiedersehen der Sterne". (eine Anmerkung aus dem London Konzert von Leonard Cohen: aus ANTHEM: There is a crack in everything / That's how the light gets in.)

Zu wissen, dass eine Heilung nicht von Dauer sein muss, macht es ihm leicht nach dieser Erfahrung damit umzugehen. Er weiß eben, dass er das Schicksal des Sisyphos teilen können müßte, aber seit Camus wissen wir, dass Sisyphos als ein glücklicher Mensch zu betrachten ist.
~~
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wiederentdeckung 29. August 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Im Original 1990 erschienen unter dem Titel 'Darkness Visible. A Memoir of Madness', 1991 bei Kiepenheuer & Witsch erstmals auf Deutsch, nun wieder aufgelegt, ist 'Sturz in die Nacht' ein zutiefst beeindruckender Bericht aus der Welt der Depression. Es ist eine dunkle Welt voller Angst, Alpträume, Einsamkeit, die Styron mit bewundernswerter Klarheit, Offenheit und Präzision beschreibt. Nur mit Mühe könne er die langsame Auflösung seines Verstandes akzeptieren, erklärt er, wie ein Zombie fühle er sich. 'Wenn es auc keine Hoffnung gibt, müssen wir dennoch ums Überleben kämpfen.' Und das tut er. Mit Hilfe von Medikamenten, Therapien und einem plötzlich aufflammenden radikalen Überlebenswillen schafft er es, nicht aufzugeben, diese tödliche Angst und Verzweiflung zu überwinden. Er nimmt den Leser mit auf diese Reise in die schwarze Nacht, er zitiert Literatur, führt Erklärungen der Wissenschaft und der Medizin an und findet eigene Bilder, um seinen Zustand zu beschreiben. Der Leser spürt die Gefahr, in der dieses Leben schwebt, er versucht zu begreifen, was diese Krankheit bedeutet. 'Sturz in die Nacht' ist insofern ein sehr amerikanisches Buch, als Styron letztlich eine Heilsgeschichte erzählt, er überlebt, er überwindet die Krise. Das Buch endet mit einem wunderschönen letzten Satz, der hier nicht verraten werden soll. Ein ergreifendes, lehhreiches und intensives Buch über einen unsagbaren Zustand.
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