Das war wirklich ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Beim ersten Blick auf diesen Papier-Brocken hatte ich zwar meine Zweifel, ob ich die nötige Zeit finden
würde, um mich da durch zu "quälen". Aber da ich auch die früheren Romane wie Säulen der Erde, Pfeiler
der Macht, Tore der Welt ... von Ken Follett verschlungen habe, machte ich mich noch in der Nacht von
Heilig Abend daran die ersten Seiten zu lesen ... und schon nach wenigen Seiten wollte ich das Buch nicht
mehr weg legen.
Sukzessive wurde mir im Laufe des Buches bewusst, wie wenig ich doch über den 1. Weltkrieg wusste.
Aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Und ich liebe es ja zu lernen, ohne zu merken, dass ich lerne :-).
Aller guten Recherche und den Realitätsnähe-Versprechungen des Autors zum Trotz, darf man aber natürlich
nicht vergessen, dass es eben ein Roman und kein Sachbuch ist. Wobei das keine konkrete Kritik sein soll,
denn die paar Eckdaten, die ich im Nachgang mal mit Geschichtsbüchern abgeglichen habe, waren auf jeden
Fall alle richtig in die Handlung eingewoben.
Wie heißt es so schön: Der erste Eindruck zählt, der letzte Eindruck bleibt.
Angekommen auf der letzten Seite hätte ich zu gerne gewusst, wie es nun mit Blick Richtung Weimarer
Republik mit den Figuren weitergegangen wäre, wäre das Buch hier nicht zu Ende. Mit einem solchen
Gefühl nach über 1000 Seiten zu schließen ist schon eine Kunst.
Andere Leser haben die z.T. geringe Entwicklung einiger Figuren kritisiert. Ich für meinen Teil behaupte,
dass es auch in der echten Welt genug Menschen gibt, die auch nach einschneidenden Erfahrungen keine 180
Grad-Wendung vollziehen. Ich persönlich empfinde die Figuren und ihre Entwicklung als realistisch genug,
um mit ihnen mitzufiebern.
Ich würde das Buch mit gutem Gewissen Freunden empfehlen und so vergebe ich auch hier mit gutem Gewissen
empfehlende vier von fünf Sternen :-).