Mit "Sturmwelten - Unter schwarzen Segeln" entführt Autor Christoph Hardebusch den geneigten Leser auf 528 Seiten bereits zum zweitenmal in die karibisch inspirierten Sturmwelten.
Man trifft auf die aus dem ersten Teil bekannten Hauptdarsteller Jaquento, Roxane, Sinao und Franigo. Neu hinzu gekommen ist der thaynricsche Admiral a.D. Thyrane, der als Sonderermittler der Krone die Geschäfte der Compagnie sowie die Herkunft der geheimnisvollen Schwarzbrunn-Fregatte unter die Lupe nimmt.
Hardebusch spult seinen Fortsetzungsroman souverän ab. Die Story orientiert sich wiederum an verschiedenen Handlungsstränen, die zum Ende hin teilweise konvergieren. Besonders erfreulich ist es, dass die Figur des Franigo endlich, wenn auch nur kurz, in die Story integriert wird. Dieser hat sich mittlerweile zum Revoluzzer wider Willen entwickelt und ist für mich der heimliche Höhepunkt der Geschichte.
Insgesamt ist "Unter schwarzen Segeln" nicht so facettenreich und überraschend wie der erste Teil. Die intensive Beschreibung der Sklaverei auf Hequia oder der Zustände an Bord der Mantikor, die den ersten Teil so beeindruckend gemacht haben, werden hier bei weitem nicht erreicht.
Dennoch bietet das Buch kurzweiliges Lesevergnügen. Man erfährt endlich mehr über die Vigoris und die Rolle der Maestre und Caserdote. Das Werk ist allerdings ein klassischer Mittelteil, so daß viele lose Enden verbleiben, die nach einer Fortsetzung verlangen.
Was mir persönlich mißfällt, ist die teilweise recht phantasielose Rahmenhandlung. Hier hat Hardebusch einfach die europäische und besonders die englische Geschichte hergenommen und mit einigen neuen Vokabeln durchsetzt. Nach meinenm Geschmack hätte es ruhig etwas mehr Phantasie/Fantasy sein können.
Fazit: Man muß in jedem Fall den ersten Band "Sturmwelten" gelesen haben, sonst kann man hier nicht mithalten. Hardebusch bietet Spannung und Lesevergnügen pur. Er beschreitet erfreulicherweise, besonders für deutsche Fantasy, thematisches Neuland. Erfrischend und in jedem Fall lesenswert, wenn auch schwächer als der erste Teil.