Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein zu Unrecht vergessener Klassiker, 6. Juli 1999
Von Ein Kunde
Der 1847 unter dem (männlichen) Pseudonym "Ellis Bell" erschienene Roman "Wuthering Heights"/"Sturmhöhe" gehört mit Sicherheit zu den Klassikern der Weltliteratur. Es blieb Emily Brontes einziges Buch, sie starb ein Jahr nach der Veröffentlichung im Alter von nur 30 Jahren an Tuberkulose. Es erzählt die Geschichte zweier Familien, zweier Landgüter; abgelegen im englischen Moor: Trushcross Grange und Wuthering Heights. Eines Tages bringt Mr. Earnshaw, Besitzer von Wuthering Heights, von einer Reise einen verwahrlosten, schwarzhaarigen Jungen mit nach Hause. Man gibt ihm den Namen Heathcliff und nimmt ihm in die Familie auf, und da der Hausherr den Jungen bevorzugt und unter seine Obhut nimmt, zieht er sich bald den Hass der anderen Kinder zu, bis auf die kleine Catherine, so daß die beiden bald unzertrennliche Freunde werden. So wachsen sie heran, aber Heathcliffs Charakter entwickelt sich sehr zum Schlechteren, er wird ein verschlagener, hinterhältiger, rachsüchtiger Zeitgenosse, der alles tut, um denjenigen, die sich seinen Hass zuzogen, zu schaden. Doch dann verliebt sich Catherine in den jungen, naiven Sproß von Trushcross Grange, Edgar Linton, und Heathcliff verschwindet gebrochenen Herzens spurlos. Jahre später kehrt er zurück, auf unbekannte Weise zu Reichtum gelangt und besessen und innerlich zerstört von dem Gedanken totaler Rache. Emily Bronte gelang es mit diesem Roman eine unheimlich dichte, aber dennoch reell anmutende Atmosphäre zu schaffen; das rauhe Moor scheint sein Pedant in sen absonderlichen Charakteren zu finden, das Extrem entspringt dem gewöhlichen Ablauf des Tages, dem Fluß des Lebens und der menschlichen Seele. Ein Ereignis folgt scheinbar unausweichlich dem Vorangegangenen, der Leser kann den Wahn Heathcliffs verstehen oder die Weichheit Edgars - all diese Menschen sind nur zufällige Ergebnisse der sie umgebenden und unaufhörlich beeinflussenden Welt. So zieht sich eine konstante Spannung durch den gesamten Roman, kein Ereignis, ja beinahe kein Wort bleibt ohne Folgen, so daß das Buch wie ein organisches Stück wirklichen Lebens scheint, in Buchform gepreßt und irgendwo in verstaubten Büchereiregalen auf den Leser wartend.
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39 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meilenstein der Weltliteratur, 30. August 2004
Was Emily Jane Bronte mit ihrem 1847 veröffentlichten Roman "Wuthering Heights" (bzw. "Sturmhöhe") geschaffen hat, zählt zu den gewaltigen, genuien Stoffen der Weltliteratur. Auch wenn dieser Roman auf den ersten Blick eine fesselnde Liebesgeschichte ist, die mit Elementen der gothic novel, dem frühen Schauerroman, gespickt und der Tradition des viktorianischen Romans formal zumindest verpflichtet ist, so steckt dahinter eine unglaubliche Tiefsinnigkeit und poetische Kraft, eine formale Klasse mit der multiperspektivischen Erzählmethode und schließlich eine Beschwörung der elementaren Naturgewalten, die in den Charakteren von Emily Bronte wirken. Hält man sich das neben dem zutiefst fesselnden Leseerlebnis vor Augen, so muss man in der Tat zu dem Schluss kommen, eines der Bücher in der Hand zu halten, die man nie wieder weggeben möchte. Ich kann jedem nur raten, dieses Meisterwerk zu kaufen, es wird auf jeden Fall ein fesselndes, packendes Erlebnis, das einen nachhaltig beschäftigt und zum Nachdenken anregt. Das Original sollte man auch einmal lesen, allerdings ist von den Übersetzungen die DTV-Ausgabe besonders empfehlenswert, da hier meiner Ansicht nach das beste Ergebnis erzielt wurde. Zu weiteren Lektüre möchte ich hier Emily Brontes Gedichte empfehlen, die von kongenialer sprachlicher Kraft und inhaltlicher Tiefe beschaffen sind! Leider hat uns die im Alter von 30 Jahren verstorbene Emily Bronte nicht vielmehr als jene Gedichte hinterlassen und einen - vielleicht den - größten Liebesroman aller Zeiten; und das, ohne das sie jemals selbst eine Erfahrung mit der Liebe machen konnte. Wer einmal die Sturmhöhe und die Gedichte gelesen hat, der wird die grenzenlose, gewaltige Phantasie dieser jungen Frau um einiges besser kennen und wird verstehen, wie dieser monumentale Roman möglich war!
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bitte anschnallen und das Atmen nicht vergessen!, 15. Juli 2008
Dieser Roman hat mich auf unterschiedlichen Ebenen gefesselt und gleichzeitig überrascht. Zum einen ist da der intensive Erzählstil der Liebesbeziehung zwischen Heathcliff und Catherine, die in meinen Augen erst nach Catherines Tod destruktiv wird, da Heathcliff Rachepläne schmiedet und diese kaltblütig und ohne Skrupel durchführt. Im Grunde ist die komplexe Beziehung der Beiden ziemlich genau in der Mitte des Romans erst einmal beendet, und die nächste Generation betritt die Bühne. Doch Catherines Tod wirft lange Schatten, und liegt wie eine dunkle Wolke über den Familien. Heathcliff findet keinen Frieden und tyrannisiert Catherines Verwandte, inklusive ihrer Tochter, Cathy. Als man schon denkt, das Ende der Fahnenstange sei erreicht, mehr Bösartigkeit und Niedertracht ist nicht möglich, setzt Heathcliff noch einen drauf. Doch dann wendet sich das Blatt, und die Kinder, die von Heathcliff für dessen Rachepläne instrumentalisiert werden (und der Triumph seiner Zerstörungswut werden sollen) wehren die sich und werfen seine Pläne über den Haufen.
Interessanterweise lag meine Sympathie über weite Strecken bei Heathcliff, immerhin weiss man bei ihm, woher die aufgestaute Wut kommt. Catherine Earnshaws Launen und hysterische Anfälle dagegen haben mich meist eher genervt. Nach ihrem Tod treibt Heathcliff es dann allerdings zu arg, und vergisst sich schliesslich ganz.
Was ich ebenfalls erwähnen möchte ist die ungeheure Dichte der Erzählung. Es gab keine Pausen oder Leerstellen; die Geschichte schreitet zügig voran und lässt einen nicht mehr los.
Sehr spannend (und der Roman war ungeheuer mitreißend!), fand ich auch die wechselnde Erzählperspektive. Bisher dachte ich, wenn man aus der Ich-Perspektive schreibt, nimmt man durchgehend die Perspektive der berichtenden Person ein. Doch Emily Bronte wechselt geschickt die Erzählperspektive, indem sie zunächst aus der Sicht eines Pächters, einer unwichtigen Nebenfigur, berichtet, der sich für Heathcliffs und Catherines Vergangenheit interessiert. Diese Geschichte berichtet ihm dann eine alte Dienstmagd - wieder in der ersten Person-, unterbrochen von Briefen anderer Protagonisten, die der Autorin erneut erlauben eine andere Perspektive einnehmen, aber fortgesetzt aus der Ich-Perspektive zu schreiben. Irgendwann hat schliesslich die Vergangenheit die Zukunft eingeholt, und das Ganze wird in der Gegenwart weitergesponnen. Wahnsinn! Das war ein Lehrstück in Sachen perspektivisches Erzählen.
Und wenn man nach dem Roman dann immer noch nicht genug von "Wuthering Hights" hat, empfehle ich Kate Bushs gleichnamigen Hit aus den 80ern, der das Ganze wunderschön zusammenfasst:
"Out on the wiley, windy moors
Wed roll and fall in green.
You had a temper like my jealousy:
Too hot, too greedy.
How could you leave me,
When I needed to possess you?
I hated you. I loved you, too.
Bad dreams in the night.
They told me I was going to lose the fight,
Leave behind my wuthering, wuthering
Wuthering heights..."
Viel Spass beim lesen, ich war begeistert!
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