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Sturmflut
 
 
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Sturmflut [Gebundene Ausgabe]

Margriet de Moor , Helga van Beuningen
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Hanser; Auflage: 11 (Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446207139
  • ISBN-13: 978-3446207134
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 190.569 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Margriet de Moor
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Einer plötzlichen Laune gehorchend tauschen zwei Schwestern über das Wochenende ihre Rollen. Die eine, Lidy, fährt zum Geburtstag der Patentochter der anderen, Armanda, auf die Nordseeinsel Schouwen-Duiveland. Daheim in Amsterdam kümmert sich Armanda währenddessen um Lidys Mann und die kleine Tochter.

So weit, so unspektakulär. Doch weil das ganze ausgerechnet an jenem Wochenende vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953 passiert, an dem die niederländische Küste von der seit Jahrhunderten schlimmsten Sturmflut heimgesucht wird, die Dutzende Deiche wegspült und beinahe die gesamte Region Zeeland verschluckt, kostet der kleine Rollentausch die 23-jährige Lidy das eigentlich gerade erst beginnende Leben. Das führt stattdessen Armanda, deren Idee der Wochenendtausch gewesen war, an der Seite von Lidys Mann und als Mutter der Tochter für sie fort. Ganz so, wie sie es sich schon zuvor in ganz kurzen Momenten insgeheim ausgemalt hatte.

Wie schon frühere Bücher Margriet de Moors wie Der Virtuose oder Kreutzersonate profitiert auch Sturmflut von der Musikalität der Autorin: Diesmal hat die gelernte Pianistin für ihre Komposition in fünf Sätzen eine parallel versetzte Erzählstruktur gewählt, in der sie die von der Flut aus dem Leben gespülte Lidy bis zum Schluss als immer wiederkehrendes Motiv präsent und in gewisser Weise auch "am Leben" hält -- so, wie sie es überhaupt versteht, die Chronologie der Zeit auf eine so virtuose Weise aufzuheben, dass der Leser darüber niemals aus dem Takt gerät. Nicht nur deshalb: Ein großartiges Buch, mit einem wunderbar leisen Finale. --Andreas Vierecke

kulturnews.de

Im Januar 1953 verschlang die Nordsee weite Teile der Niederlande; nahezu 2000 Menschen starben bei der Flutkatastrophe, hunderte wurden vermisst. Lidy ist eine von ihnen. Auf Drängen ihrer Schwester Armanda willigt sie in einen zweitägigen Rollentausch ein, fährt an Armandas statt zu einer Familienfeier auf die Inseln, während Armanda sich in Amsterdam um Lidys kleine Tochter und ihren attraktiven Mann kümmern will. Und nun kommt alles ganz anders ... Margriet de Moor erzählt fesselnd und detailgetreu von den dramatischen 36 Stunden, die Lidy mit Schicksalsgenossen bei den berstenden Deichen, auf dem Dachboden eines umspülten Hauses und in den eiskalten Fluten des Meeres erlebt. Parallel dazu führt sie aus, wie Armanda mit schlechtem Gewissen in Lidys durchschnittliches Leben schlüpft und es über Jahrzehnte weiterführt - bis beide Erzählstränge sich beim Tod der Schwestern treffen. Der Ton ist dabei nüchtern und sachlich; selbst der Verlust der Tochter oder bittere Selbstvorwürfe werden nicht analysiert, sondern nur dargelegt und als gegeben akzeptiert. Ein sehr nordischer Roman: tief, dunkel und aufwühlend wie die Nordsee bei Sturm. (cor)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sensibel und wortgewaltig 29. August 2006
Von Wolfgang Stroebl TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In Ergänzung zu den vorhergehenden Rezensionen, mit denen ich weitgehend übereinstimme, möchte ich noch auf ein paar Dinge hinweisen, die mir wichtig erscheinen.

Zunächst: Margriet de Moor hat diesmal einen - für ihre Verhältnisse - "handfesten" Roman geschrieben. In Interviews hat sie darauf hingewiesen, dass die Jahrhundertflut des Jahres 1953 in der niederländischen Literatur bisher völlig unterbelichtet gewesen sei. So verbindet sie eine komplexe Schwesterngeschichte mit der Beschreibung des Unbeschreiblichen. De Moor hat offensichtlich ausgiebig recherchiert (Daten, meteorologische Fakten,Einzelschicksale) und möchte davon vieles in ihrem Text unterbringen - was ihm nicht immer gut tut. Da wirkt manches überladen und stört den ruhigen Erzählfluss.

Die zeitversetzte Parallelführung der Lebensgeschichten der beiden Schwestern ist tatsächlich virtuos. Spekulative Beschreibungen der Sturmflut mit voyeuristischem Ausschlachten von menschlichen Schicksalen darf man sich selbstverständlich bei Margriet de Moor nicht erwarten. Gefestigt und ohne Hysterie geht hier eine junge Frau dem Tod entgegen. Überraschend war für mich in den Katastrophenszenen ein geradezu humoristisches Moment, das die Dramatik konterkariert -ein flapsiger Satz hier, eine trockene Bemerkung da.

Das letzte Kapitel, "Responsorium" genannt, hat nicht allen gefallen. Mir erscheint es für den großen Bogen als unbedingt notwendig, da es die beiden Lebenslinien der unterschiedlichen Schwestern zuletzt versöhnlich wieder vereint.

"Sturmflut" mag nicht der ganz große Wurf geworden sein, aber es ist ein sensibler, wortgewaltiger Roman einer Autorin, die mit der Sprache umgehen kann. Dass auch solche Texte heute Bestseller werden können, ist besonders erfreulich.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Margriet de Moor erzählt in diesem spannend geschriebenen Roman die Viten zweier eng miteinander verbundener Schwestern, deren beider Leben aufgrund einer verheerenden Naturkatastrophe plötzlich einen dramatischen Verlauf nimmt. Im Winter 1953 kommt eine der beiden Frauen - Lidy - gemeinsam mit rund 2000 anderen Menschen an der Küste Hollands ums Leben. Dort tobt zu dieser Zeit ein alles zerbersten wollender Orkan. Aufgrund widriger meteorologischer Bedingungen, sowie überalterter Deichbau- Konstruktionen wird das Poldergebiet von Zealand überflutet. Nun holt das bebende Meer sich das zurück, was die Menschen dort über viele Generationen der Nordsee mühsam abgerungen hatten. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. Alles geht zu Bruch. Menschen und Tiere sterben. Schließlich zerbröselt das Land aufgrund der herein brechenden Wassermassen. De Moor erzählt einfühlsam von den letzten Stunden Lidys und der Personen mit denen sie zufällig diese Zeit teilt. Die Autorin zeigt die Angstfreiheit dieser Menschen und deren Bereitschaft miteinander die sich pausenlos neu stellenden komplexen Probleme anzupacken. Auf diese Weise füllt sie den Begriff " Schicksalsgemeinschaft " beeindruckend mit Inhalt. Eigentlich hätte Armanda anstelle ihrer Schwester Opfer der Ereignisse werden müssen, denn Lidy entschließt sich spontan zum Geburtstagsfest des Patenkindes ihrer Schwester nach Schouwen- Duiveland zu reisen, damit diese stattdessen zu einer Fete nach Amsterdam gehen kann. Als Folge der Ereignisse verändert sich die Lebensplanung der Studentin Armanda völlig. Sie heiratet den Mann ihrer verstorbenen Schwester und zieht deren Tochter auf. Obgleich Armanda von Sjoerd noch zwei eigene Kinder bekommt, steht ihr die Tochter ihrer Schwester immer am nächsten. Nadja bleibt stets ihr tatsächliches Kind. Armanda fühlt , dass sie im Grunde Lidys Leben weiterlebt und ihre Persönlichkeit im Jahr 1953 zu existieren aufgehört hat. Sie wird depressiv. Die Ehe mit Sjoerd zerbricht , weil der Geist ihrer Schwester immer präsent bleibt.
Armanda wird zum bedauernswerten Sekundär- Opfer der Sturmflut, denn sie glaubt das Recht auf eine selbstbestimmte Existenz verwirkt zu haben, nachdem ihre Schwester auf so unfaire Weise aus dem Leben gerissen worden ist. Armanda kann nicht aufhören sich für den Tod ihrer Schwester verantwortlich zu fühlen, vielleicht weil sie letztlich mehr an Selbstbestimmung als an eine irgendwie geartete Fremddisposition glaubt. Das ist Armandas Tragödie!
Ein nachdenklich stimmender, empfehlenswerter Roman!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Retsina
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch spricht so viele Themen gleichzeitig an, dass man am Ende nicht weiß, welches man jetzt das "eigentliche" Thema des Buches nennen sollte.

Es ist die grandiose Schilderung einer Schwester-Beziehung, die über den Tod hinaus fortwirkt. Das enge Verhältnis ist fast so wie das von Zwillingsschwestern, es ist ein Aneinander-gekettet-sein, ein Sich-so-ähnlich-sein, das schön ist im Zusammenleben und schrecklich zugleich im vergeblichen Versuch, das eigene Leben zu leben.

Es ist auch ein Buch über Schuldfragen, die das Leben aufwirft. Trifft Armanda eine Schuld am Tod ihrer Schwester, weil sie den Vorschlag zu einem letztendlich schicksalhaften Ausflug machte, auf den sich Lidy begibt? Der Verstand sagt "nein, aber...". Dieses "aber" wird die Überlebende den Rest ihres Lebens nicht loslassen, und das spürt man mehr als dass es direkt ausgesprochen wird.

Zum dritten ist es aber auch ein Buch über Leben und Sterben, es beschreibt uns, wie sich das Leben mit seinen von uns immer als so großartig bewerteten Verzierungen auf ein Minimum reduziert im Angesicht der Katastrophe. Margriet de Moor kann das so eindrucksvoll schildern, dass man glaubt, selbst dieses Chaos, das die Sturmflut auslöst, diese nahende Katastrophe mit ihrer Schritt für Schritt größer werdenden Ausweglosigkeit erlebt zu haben. Am Schluss ist das ganze Leben zusammengeschnurrt auf ein Sich-Festklammern an etwas - egal was -, das noch über Wasser hält. Es ist so spannend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag, und es ist so eigen-artig in der wirklichen Bedeutung dieses Wortes. Lidy, die dem Sturm Ausgelieferte, jammert und klagt nicht, auch lässt sie nicht ihr Leben Revue passieren in dieser Ausnahme-Situation; sie beobachtet, fühlt und staunt, ist mit allen Sinnen dabei bis zum Schluss.

Abgesehen von den letzten 20 Seiten dieses Buches, das "Responsorium" genannte Kapitel, das ich für schlicht überflüssig halte, ist dieses Buch von Margriet de Moor ein gelungener, anspruchsvoller und in seiner Schilderung der Flut-Katastrophe atemberaubender Roman, der in seiner psychologischen Feinfühligkeit fast an ihren Roman "Erst grau, dann weiß, dann blau" herankommt - fast:)
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Veröffentlicht am 1. Mai 2008 von marielan
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Ergreifendes Buch mit viel Spannung!
Man hat doch wirklich das Gefühl, man sitzt mit den Charakteren dieses Buches auf dem Dachboden des Hauses und das Wasser steigt und steigt....! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. September 2007 von B. Agterdenbosch
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