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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Locke Lamora setzt neuen Kurs, 20. Oktober 2009
Tja, wo anfangen? Schon beim ersten Band aus der Reihe um Locke Lamora und seine Gentleman-Ganoven fiel mir der Einstieg in die Rezension nicht leicht, zu sehr hatte mich das Buch beeindruckt, die Handlung noch über das Ende der Lektüre hinaus beschäftigt. Und diesmal ist das nicht anders.
Scott Lynch scheint eindeutig zu mehr als einer Eintagsfliege fähig zu sein, denn auch "Sturm über roten Wassern" ist erneut ein absoluter Knaller, der für mich im Fantasy-Genre seinesgleichen sucht. Und all die hohen Erwartungen, welche sich nach dem grandiosen Debütroman eingestellt hatten, vermag der zweite Band auch zu erfüllen, wäre da nicht ein kleines Manko. Lynch hält sich nicht mit einer Zusammenfassung der Ereignisse des Vorgängerbandes auf, was es Neueinsteigern schwer bis unmöglich machen wird, die Beweggründe der Figuren und ihre Handlungsweisen nachzuvollziehen. Diese "Nachlässigkeit" des Autors ist allerdings dem ohnehin sehr komplexen, ja epischen Plot geschuldet, der noch genialer konstruiert wurde und schon gleich mit dem Prolog die Vorfreude in die Höhe schrauben lässt. Die Story sei kurz angerissen und Nichtkenner des ersten Teils vor Spoilern gewarnt:
Nach ihren Abenteuern in Camorr, welche einen hohen Blutzoll unter den Gentleman-Ganoven gefordert hatten, sind Locke Lamora und Jean Tannen auf der Suche nach neuen Jagdgründen nach Tal Verrar gezogen. Diese Stadt, auf mehreren Inseln treppenartig erbaut, ist bekannt für ihr Glücksspiel und beherbergt unter anderem das elitärste und am besten bewachte Spielkasino - den Sündenturm. Da nur die gigantischste Gaunerei ihrer würdig ist, fassen die zwei den Geldtresor des Kasinos ins Auge, in dem neben den Schätzen des örtlichen Paten Requin auch der halbe Geldadel sein Gold eingelagert hat. Über zwei Jahre basteln Locke und Jean an ihrem Plan bis sie schließlich die volle Aufmerksamkeit Requins haben, den man geschickt zu täuschen versucht. Normalerweise kein Problem für die beiden gerissenen Lügner, würden ihnen nicht die auf Rache sinnenden Soldmagier von Karthain im Rücken sitzen und der Archont der Stadt sie nicht für seine eigenen Zwecke einspannen wollen. Plötzlich sehen sich die zwei vergiftet und damit in der Hand des Letzteren und müssen für diesen in See stechen, um dort einen Angriff der Piraten zu provozieren. Für die nautischen Nichtskönner Locke und Jean kein einfaches Unterfangen, das sie mehr als einmal an den Rand des Todes bringen soll ... auch darüber hinaus?
Eine Frage, die man sich im Buch gleich mehrmals stellt, denn wie schon sein Vorgänger ist auch "Sturm über roten Wassern" mit einer großen Portion Dramatik beseelt, die wir Leser den einfach nur wundervollen Figuren dieser Geschichte verdanken. Für die hat sich die Ausgangslage völlig geändert. Aus den vormals jugendlichen Draufgängern, welche in den Tag gelebt oder sich Kopf über ins Abenteuer gestürzt haben, ist nach dem Fiasko in Camorr nicht viel geblieben. Besonders auf Lockes Schultern lasten die herben Verluste an Freunden und Verbündeten schwer, woran er gegen Beginn noch arg zu knabbern hat. Die Freundschaft Jeans und Lockes scheint dadurch aber nur noch enger geworden zu sein und sie ist es auch, die den Leser so ans Buch zu fesseln vermag. Erstaunlich wie mich Lynchs Erzählungen hier immer wieder bewegt haben, mich nicht selten haben schlucken lassen, denn auch dieser Band spart nicht an sehr packenden und drastischen Szenen.
Ohnehin ist Teil zwei endgültig nix mehr für die ganz junge Leserfraktion, da es nicht nur actionreich und blutig zur Sache geht, sondern auch die Fäkalsprache in größerem Maße gepflegt wird. Das passt hier allerdings wie die Faust aufs Auge, besonders während der Abenteuer aus See, die natürlich im "Fluch-der-Karibik"-Milieu wildern und doch dank Lynchs genialen Einfällen immer wieder völlig neu anmuten. Überhaupt einzigartig wie der Autor seine Fantasywelt kreiert und zu beleben vermag. Da verzeiht man ihm auch die umständliche erste Hälfte, in der er sich zwischen den Handlungsebenen etwas zu verzetteln scheint und die ein wenig ausschweifend daherkommt. Mit jeder Seite nimmt das Buch dann aber Fahrt auf, packt es den Leser, um ihn bis zur letzten Zeile nicht loszulassen. Das Ende kommt dann auch nach gut 950 Seiten noch zu kurz und lässt nach mehr gieren.
Insgesamt ist "Sturm über roten Wassern" ein vollends stimmiges Mantel-und-Degen-Abenteuer mit Oceans-Eleven-Anleihen, das die Qualität des Vorgängers absolut halten kann und mich schlichtweg total begeistert hat. Ein weiteres Meisterwerk aus dem Arm eines Mannes geschüttelt, der zum Schluss mehrere Fragen offen lässt, von denen ich besonders eine gern beantwortet hätte:
Wann zum Teufel kommt endlich, endlich der dritte Band?
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einzigartig, 10. November 2009
Anders kann man die Bücher von Scott Lynch nicht beschreiben. Als meine Tante mir die Bücher mit den Worten "Lies die, das ist mal ganz was anderes" in die Hand drückte, konnte ich mir nicht so recht vorstellen wie Fantasy-Bücher so besonders sein können.
Ich habe schon viele Fantasybücher gelesen und noch nie ist mir so etwas untergekommen.
Scott Lynch beeindruckt mit ungewöhnlich ausgefeilten Charakteren, die einem in Kürzester Zeit ans Herz wachsen, mit klug gestrickten Lügen und Intrigen, mit Überraschungseffekten, die man einfach nicht erwarten kann. In Anbetracht all dessen ist es unglaublich, dass Scott Lynch mit "Die Lügen des Locke Lamora" sein erstes Buch und mit "Sturm über roten Wassern" damit erst sein zweites Buch veröffentlicht hat.
Zum Buch (Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, sollte den folgenden Absatz überspringen):
Locke und Jean schlagen sich jetzt zu zweit durch. All ihren finanziellen und materiellen Mitteln beraubt, planen sie nach anfänglichen Unstimmigkeiten einen neuen Coup in einer neuen Stadt. Camorr spielt in diesem Teil der Reihe eine eher untergeordnete Reihe. Die beiden Gentleman-Ganoven investieren viel Zeit und Geld in ihr neues "Spiel" und dementsprechend kommt es ihnen ziemlich ungelegen, dass plötzlich ein Außenstehender an ihren Fähigkeiten Interesse zeigt. Auf nicht gerade subtile Art und Weise werden sie dazu gebracht ihren aktuellen Coup auf Eis zu legen und sich einer neuen Aktivität zuzuwenden: der Piraterie.
Doch wie nicht anders zu erwarten fällt es den beiden "Landlubbern" nicht gerade leicht ein Piratenleben zu führen und einiges läuft nicht so wie geplant.
Auch wenn dieses Buch sich vom ersten unterscheidet, ist es auf seien eigene Weise unglaublich gut. Sehr spannend, mit der üblichen Komik und ein bisschen Romantik ist diesesmal auch dabei :)
Die Lektionen über die Seefahrt, die manchen vielleicht zu langwierig vorkommen, sind meiner Meinung nach nötig, um die Passagen auf See glaubhaft zu machen. Wie auch im ersten Teil ist die ganze Geschichte gut durchdacht und undurchschaubar.
Mein Fazit: Unbedingt lesen! Und unbedingt mit Teil Eins anfangen! Scott Lynch reisst buchstäblich mit und muss sich auch hinter Legenden wie Tolkien oder Clemens nicht verstecken, im Gegenteil, er schafft ein ganz neues Unter-Genre.
Viel Vergnügen bei diesem einzigartigen Fantasy-Erlebnis!!!
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bitte mehr davon..., 1. April 2009
Ich konnte es gar nicht erwarten den Nachfolger von "Die Lügen des Locke Lamora" endlich in den Händen zu halten. Ich habe nur 5 Tage für den dicken Schmöker gebraucht, da ich in jeder freien Minute lesen musste.
Man muss den ersten Teil nicht gelesen haben, aber da das auch ein großartiges Buch ist lohnt es sich in jedem Fall und man versteht die ein oder andere Anspielung oder manchen Dialog im 2. Teil besser.
Die Charaktere reifen weiter, bekommen mehr Persönlichkeit. Das ist Lynch sehr gut gelungen. Die Geschichte wirkt zeitweilig etwas abgehoben, manchmal zieht es sich ein wenig, aber die spannenden Momente lassen nicht lang auf sich warten. Es war mir persönlich auch etwas zu viel Seemannssprache verarbeitet, aber das ist ja Geschmackssache. Trotz der Kritik gibts von mir 5 Sterne, da ich Lynchs Art zu schreiben einfach ganz toll finde und seine Ideen sehr besonders sind.
Auch bei diesem Buch lassen sich wieder Ideen entwickeln, wovon Scott Lynch inspiriert wurde. Ich hatte zu mindest neulich einen Aha-Effekt, als ich "Fluch der Karibik" sah :) Aber keine Sorge, der Autor hat nicht fies geklaut oder so!
Das Ende ist auch wieder schön rund, aber diesmal quälte mich dann doch die Frage, wie es denn weiter gehen möge und ob es überhaupt weiter geht. Im Internet habe ich dann gelesen, dass es wohl weitere Teile geben soll. Zum einen war ich darüber erleichtert, da ich unbedingt weiter lesen will, zum anderen gibt es Gewissheit über den Schluss des Buches. Puuh... Was wird also als nächstes passieren? Ich hoffe, der Veröffentlichungstermin steht bald, da er bereits einmal verschoben wurde.
Und noch eine kleine Entschuldigung sollte manche Aussage irgendwie kryptisch wirken, aber ich verabscheue das Spoilern in den Rezensionen, am besten schon in der Überschrift :( und verzichte daher auf Inhaltliches.
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