Im ersten Roman "Die apokalyptischen Reiter" erfährt der Leser, wie die Menschheit den Zorn Gottes heraufbeschwört und damit den Weltuntergang herbeiführt. Gott ruft seine apokalyptischen Reiter, die die Menschheit fast gänzlich auslöschen. Am Ende schafft es eine kleine Gruppe von Überlebenden, sich am großen Salzsee (in den USA bei Salt Lake City) in Sicherheit zu bringen.
Der zweite Roman setzt an dieser Stelle an und schreibt die Erzählung fort. Während die apokalyptischen Reiter unter der Herrschaft des Reiters "Tod" ihr Heer von Monstren für die letzte Schlacht aufstellen, kommt es unter den rund hundert Überlebenden zu Steitigkeiten über die Führungsposition. Dieser Disput endet mit der Teilung der Gruppe: während die Protagonisten aus dem ersten Teil in ihrer Zuflucht verbleiben, gewinnt ein nachträglich dazugestoßener Politiker mit Lug und Betrug fast alle anderen Menschen für sich und zieht mit ihnen nach Salt Lake City. Beide Fraktionen versuchen im weiteren Verlauf, sich auf die bevorstehende Auseinandersetzung mit den Reitern und deren Heer vorzubereiten.
Aus diesen beiden Handlungssträngen entwickelt sich eine zunehmende Dramaturgie. Die beiden Gruppen geraten aufgrund der Intrigen des Politikers untereinander in eine Auseinandersetzung, während sich der unmenschliche Feind unaufhaltsam nähert. Zwangsläufig kommt es zu einem Finale, in dem alle Parteien aufeinander treffen.
Der vorliegende Roman liest sich ausgesprochen spannend und kurzweilig. Während es im ersten Band in weiten Teilen noch um die Vorstellung der verschiedenen Charaktere ging, übernehmen diese hier nun ihre Rollen und schaffen mit ihren Ängsten aber auch ihren Hoffnungen eine bedrückende Atmosphäre. Die Gewaltdarstellung in den Auseinandersetzungen der Menschen untereinander oder zwischen den Menschen und den Monstren sind teilweise sehr drastisch und sicherlich nicht für jeden geeignet.
Wer am ersten Roman Gefallen gefunden hat, dem kann ich diesen Teil uneingeschränkt empfehlen. Und da die Reiter sich offenbar zunehmend von Gott distanzieren und ihrem eigenen Weg folgen, sehe ich dem dritten Roman erwartungsvoll entgegen.