Erst mal eines vorneweg: Diese Rezension bezieht sich auf sämtliche Sammelboxen von "Sturm der Liebe", denn im wesentlichen sind sie alle gleich. Diese Telenovela ist das beste Beispiel für die Auswüchse der budgetär ausgedünnten Fernsehunterhaltung unserer Tage. Hier werden sämtliche Stereotypen bedient; sie reichen vom naiven Dummerchen nebst intriganter Hexe bis hin zum heldenhaften Beschützer - alles wie im Märchen - nur eben ohne absehbares Ende. Die Story wird über Hunderte von Folgen in die Länge gezogen und mit aberwitzigen Volten und Wendungen angereichert.
Die ohnehin schon dürftige Geschichte wird wegen des hauptsächlich weiblichen Publikums mit reichlich Gefühlsschmalz versehen. Die schlimmsten Bösewichter werden trotz ihres langen Sündenregisters künstlich am Leben erhalten, einmal um die Emotionen der Zuschauer hochzutreiben aber vor allem, um einen einmal erfolgreichen Handlungsstrang in endlosen Neuauflagen weiterspinnen zu können. Schließlich liegen gute Drehbücher nicht auf der Straße.
Die einzelnen Episoden schöpfen die Spannbreite menschlicher Gefühlswelten voll aus, Schicksalsschlag reiht sich an Glückstaumel, gefolgt wiederum von abgrundtiefem Leid. Die Gesamthandlung ist abstrus und unrealistisch und immer exakt auf den "Cliffhanger" hingeschrieben, also auf den durch das plötzliche Episodenende innerhalb einer Spannungssituation erzeugten Wiedereinschaltreflex. Gerade bei einer DVD, wo mehrere Folgen hintereinanderlaufen, erkennt man die wahre Inhaltsleere und Effektgetriebenheit dieser Serie. Im unablässigen Quotengerangel gehört bei den öffentlich-rechtlichen Sendern nun auch der Nachmittag zum schwer umkämpften Terrain. Gegen die private Konkurrenz hilft da wohl nur noch Fernsehen auf Groschenheftniveau.