"Sturm über Windhaven" ist eine nette, kleine, kuschelige Konzeptarbeit. Die Welt selbst ist sehr interessant, wenn jedoch zu groß für eine so kleine Geschichte. Viele Orte bleiben nur im Nebensatz erwähnt und deswegen bedauerlichweise sehr unscharf. Jedoch zeigt sich schon in diesem Werk Martins Fähigkeit, in einem Nebensatz die Dinge präzise zu beschreiben. So kann man, wenn schon die Inseln nicht "besucht" werden, einen Eindruck von der Stimmung dort bekommen.
Auch die immer mal wieder eingeworfenen Informationen zu Geschichte und Kultur von Windhaven und speziell zu den Fliegern wirken sehr gut, da sich nicht seitenlang belehrend vorgetragen werden, sondern wie durch Zufall auftauchen und somit eher Puzzleartig ein Bild ergeben. Welchen nicht besonders ermutigen ist und Maris Träume und Wünsche verständlich erscheinen lassen.
Leider schwankt die Qualität der Erzählung recht merkwürdig. Manchmal fesselnd und präzise, dann wiederbelanglos und zäh. Diese "Diskrepanzen" stören den Lesefluss leider doch immens.
Die Geschichte von Maris zu verschiedenen Stationen ihres Lebens zu schildern und so die Veränderungen in Windhaven (und auch in den Charakteren selber) zu verdeutlichen, fand ich richtig gut gelungen. Diese Taktik hinterlies bei mir zum Ende hin ein richtig fies-deprimierendes Gefühl in der Magengegend. Toll.
Und...ich habe wirklich versucht ohne Erwartungen aufgrund von "Das Lied von Eis und Feuer" an dieses Buch zu gehen und objektiv zu urteilen.
Ich bin gescheitert.
Da ich weiß, wozu Martin Stil-technisch in der Lage ist kann ich diesen Roman leider nur als nettes aber unauffälliges "Frühwerk" sehen.
Fazit: Nett, aber nichts dolles.