Namibia - einst Kolonie Deutsch-Südwestafrika - ist durch die deutsche Kolonialherrschaft nachhaltig geprägt worden. Doch die deutsche Ära war nicht nur eine fruchtbringende, sondern auch eine leidvolle Zeit: Im August 1904 wurde das aufständische schwarzafrikanische Hirtenvolk der Herero von der deutschen Schutztruppe unter Generalleutnant von Trotha am gewaltigen Massiv des Waterbergs eingekesselt und geschlagen. Es war nur ein halber Sieg: Dem Volk gelangen Ausbruch und Flucht, aber: Der einzige noch offene Fluchtweg führte in die nahezu wasserlose Omaheke-Wüste hinein, hinter der das Rettung verheißende britische Betschuanaland begann. Apokalyptische Szenen spielten sich in den Einöden dieses Sandfeldes ab: Tausende verdurstende Herero - Männer, Frauen und Kinder sowie die Reste ihrer Herde - brachen auf der Flut zusammen ihre Leichen säumten die nach Osten führenden Pfade - nur wenigen gelang die Flucht ins britische Gebiet. Unter Verwendung zahlreicher Augenzeugenberichte, Tagebücher von Feldzugsteilnehmern sowie eine Vielzahl zum Teil noch nie veröffentlichter deutscher, britischer und südafrikanischer Archivunterlagen wird in diesem Werk eine schmerzhafte Seite deutscher Kolonialherrschaft dargestellt und somit zur Richtigstellung und Versachlichung deutscher Kolonialgeschichtsschreibung beigetragen.