Die Jennings sind eine kleine, glückliche Familie. Bis eines Tages die kleine Tochter Abby aus dem Haus raus (!) entführt wird. Der Kopf der Kidnapper Joe (Kevin Bacon) bleibt bei Mutter Karen (Charlize Theron) im Haus, und erklärt ihr die Regeln. Alles scheint perfekt geplant zu sein. Während dies alles geschieht, ist Familienvater Will Jennings auf einem Ärztekongress. Doch auch er erfährt was passiert ist, und zwar von Cheryl (Courtney Love), der Ehefrau von Joe, die ebenfalls beim Ärztekongress ist, und anschließend bei Will im Hotelzimmer bleibt. Während Joe und Cheryl sich um die Eltern kümmern, ist die kleine Abby bei dem gutmütigen Marvin „in Verwahrung", bis die Lösegeldübergabe über die Bühne gehen soll. Und die soll in genau 24 Stunden stattfinden. Zu Anfang zwar völlig verzweifelt und verängstigt, wird Karen ziemlich bald angriffslustig, und sie stellt sich Joe. Und bald stellen sowohl Karen als auch Will fest, dass das Motiv der Entführung nicht das Geld ist...
Eines muss mal gesagt werden - Kevin Bacon ist wohl einer der perfektesten Bösewichte, die es gibt. Wieder mal spielt er absolut überzeugend den „Fiesling" des Films. Doch ich kann mir nicht helfen - zu Anfang des Films ist er einem fast sogar sympathisch. Denn trotz der Entführung scheint er ein einigermaßen netter Kerl zu sein, fast sogar schon charmant auf eine anziehende Art und Weise...wie gesagt: zu Beginn. Denn bald merkt der Zuschauer, dass er auch ganz anders kann, wenn es nicht nach seinem Plan läuft. Und teilweise ist er so plötzlich richtig fies, dass es fast schon wie ein Schlag ins Gesicht ist. Doch trotzdem bleibt dieser gewisse Charme den ganzen Film über erhalten, mal mehr, mal weniger. Beeindruckend ist die bis ins kleinste Detail geplante und durchdachte Entführung. Es scheint keine Lücken zu geben. Jeder, der bei einem Film immer nach Denkfehlern sucht (soll's ja unverständlicherweise geben), bekommt bei „24 Stunden Angst" immer gleich die passende Erklärung serviert.
Die Atmosphäre des Films hat immer einen leicht erotischen Touch. Bald stellt man fest, dass Joe mehr Interesse an Karen hat, und die Entführung nicht das einzige Verbrechen ist, das begangen werden soll. Doch da sie sich bald nicht mehr in die Opferrolle drängen lässt, entfacht bald ein regelrechter Machtkampf zwischen den beiden, der ständig einen leicht erotischen Unterton hat. Und zur Freude des Zuschauers merken sowohl Karen als auch Will bald, dass sie genauso anders können, und mehr als nur das nette Ehepaar von nebenan sein können.
Im großen und ganzen ist es zwar ein recht simpel gestrickter Plot, Entführungsgeschichten gibt es ja nun mal en masse, trotzdem kann dieser Film zweifellos begeistern, nicht zuletzt durch die grandiose Darstellung jedes einzelnen Schauspielers. Sogar Courtney Love hat wirkliches Schauspiel-Potential, was mich wirklich überrascht hat. Fazit: ein ausgezeichneter Thriller, den man wirklich gesehen haben sollte!