Wie viele der besten Kriminalromane ist Stunde Null in Pnomh Penh weit mehr als ein simpler Krimi. Der eigentliche Auftrag, der Vincent Calvino, Moores Seriendetektiv, nach Kambodscha geführt hat, tritt rasch in den Hintergrund, während er seine Ermittlungen in einem Land ohne Vergangenheit aufnimmt, einer entwurzelten Nation. Kambodscha steht unter Kontrolle der UNO, die gerade freie Wahlen vorbereitet, aber herrscht immer noch Anarchie, und nackte Gewalt regiert, während die Freibeuter des Krieges ihren Profit suchen. Ein Dschungel, in dem Calvino mehr als einmal den richtigen Weg und sein Leben zu verlieren droht.
Die 'Killing Fields' sind uns allen noch gut in Erinnerung. Aber was ist aus den Überlebenden geworden? Moore zeichnet ein beklemmendes Bild der Realität und man fragt sich unwillkürlich, ob es gleichzeitig eine Vision ist von der Zukunft, die Afghanistan und dem Irak bevorsteht.
Oder wie es in einem anderen Calvino-Roman heißt: Die Welt steckt voller kranker Menschen, und die alltägliche Gewalt erinnert uns pausenlos daran, wie unberechenbar ihre Krankheit ist.