Handlung:
Amerikanischer Elite-Einzelkämpfer flippt aus und beginnt "unschuldige Jäger" zu killen, weil deren Opfer keine Chance gegen Hightech-Waffen haben. So entehren sie aus seiner Sicht den Kampf Mann gegen Mann/Tier. Sein ehemaliger Nahkampfausbilder, der inzwischen für den WWF arbeitet (und unliebsame Fallensteller wenigstens am Leben lässt) wird um Hilfe ersucht und beginnt ihn - gemeinsam mit einer knallharten FBI-Agentin - zu jagen. Doch auch das Militär will ihren "Elite" zurück und kocht ein eigenes Süppchen.
State:
Dieser Film ist ein wahrlich zweischneidiges Schwert. Die Charaktere der hervorragend agierenden Hauptdarsteller Connie Nielsen (Gladiator, Soldier, One Hour Photo), Benicio del Toro (Traffic, The Fan, The Way of the Gun) und Tommy Lee Jones (MIB 1+2, Volcano, Auf der Flucht/Jagd) werden zwar kurz eingeführt, doch nähere Erklärungen zu ihren Verhaltensmustern gibt uns der Regisseur William Friedkin (Der Exorzist) so gut wie keine.
Entweder geht er also davon aus, dass all seine Zuschauer einen Grundkurs in Psychologie absolviert haben oder er wollte uns tatsächlich "nur" einen weitgehend sinnfreien Streifen mit aneinander gereihten Actionszenen bieten.
Letzteres jedenfalls ist ihm wahrlich gelungen.
Denn "Die Stunde des Jägers" bietet einige der besten Nahkampfszenen, die ich bisher überhaupt gesehen habe - im Bereich Messerkampf muss der Film m. E. sogar als Referenz gelten.
Neben den tollen Kampfchoreographien wartet der Film auch mit einer der spannendsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte auf, die sich wahrlich nicht hinter denen von z. B. z. B. "Ronin", "Nachtfalken" oder "French Connection" zu verstecken braucht. Kein Wunder, denn beim letztgenannten Film führte ebenfalls William Friedkin Regie.
Der Altmeister "bedient" sich übrigens recht Unverholen bei einigen Klassikern, z. B. "Rambo 1+2", "Mörderischer Vorsprung" oder eben "French Connection". Doch das ruft in diesem Fall eher Deja Vu Erlebnisse als Ärger hervor.
Lobenswerter Weise verzichtet Friedkin fast komplett auf coole Sprüche oder absolut unglaubwürdige Stunts, so bleiben die Charaktere des traumatisierten Soldaten und seines schuldbewussten Ausbilders zumeist glaubhaft. Die Rollen wurden optimal besetzt, denn neben den körperlichen (konnte wegen den in den Zweikämpfen zu erkennenden Protagonisten nicht alles von Stuntman gemacht werden - del Toro brach sich bei den Dreharbeiten einen Arm) Voraussetzungen waren eindeutig auch schauspielerische Qualitäten gefragt um die nonverbalen (Blicke, Gesten, etc.) Duelle der Kontrahenten ansprechend in Szene zu setzen.
Ein Lob auch für das Kamerateam - insbesondere den Ausleuchter (auch in dunklen Szenen erkennt man immer was vorgeht), die Drehortwahl (teils tolle Naturaufnahmen) und die immer passende, aber gezielt spärlich eingesetzte Filmmusik.
Die DVD:
Diese Rezension basiert auf der FSK18 Verleihversion (anderer Anbieter), die deutlich weniger Extras und keine UT zu bieten hat. Daher diesmal keine Angaben zu Ausstattung und Technik .
Fazit:
Inhaltlich wurde leider viel zu wenig Wert auf Logik und die Herausarbeitung psychologischer Hintergründe gelegt. Ein Manko, welches den 5ten Stern kostet.
Trotzdem einer der besten Action Filme der letzten Jahre!