Nachdem ich fast alle verfügbaren Romane von Ngaio Marsh in deutscher Übersetzung gelesen habe, möchte ich hiermit behaupten: Sie ist den englischen Klassikern von Agatha Christie und Dorothy Sayers durchaus ebenbürtig - und in einigen Romanen ist sie diesen auch voraus - so geschehen im Roman "Stumme Zeugen" ("Scales of Justice") von 1955.
Zum Inhalt: Swevenings ist ein englisches Dorf wie es im Buche steht: Ein paar ins Grün gebettete Häuser, eine Kirche, ein Pfarrhaus, das malerische Wirtshaus "Zum Eseltreiber", ein Schlösschen und ein glasklarer Forellenbach kennzeichnen die Landschaft.
Doch eines Tages wird der dörfliche Friede durch einen Mord empfindlich gestört. Colonel Cartarette, ein leidenschaftlicher Angler, wird tot am Ufer des Baches gefunden - mit eingeschlagenem Schädel. Neben dem Toten liegt eine prächtige Forelle - Zufall oder eine erste Spur?
Inspektor Roderick Alleyn von Scotland Yard soll diesen Todesfall aufklären. Schnell stößt er auf vier Familien, die seit vielen Jahren das Sagen im Dorf haben - und er stößt auf die geplante Veröffentlichung von Memoiren aus diesem Dunstkreis : Memoiren, die mehr skandalträchtigen Zündstoff enthalten, als ein kleines englisches Dorf verkraften kann ...
Fazit: Ein weiterer ausgezeichneter Roman um den aristokratischen Roderick Alleyn -
Ngaio Marsh verdient es, neu entdeckt zu werden