auch noch im Doppelband !! Kann man jederzeit nochmal lesen !!Und Lucas Davenport ist einfach eine Spitzen-Roman-Figur: ein Gentlemen-Ermittler mit Humor, Herz und Hirn ! STUMME OPFER: die Story beginnt spannend, steigert sich und hat ein fulminantes Finale. Irre gut geschrieben ! Interessanterweise laufen hier eigentlich 2 parallele Stories in einer und sind ganz elegant miteinander verknüpft. Die eigentliche Story beginnt mit Michael Becker. Der Ex-Mediziner steht vor Gericht, die Verhandlung seiner Verbrechen werden ihm sicher lebenslanges Gefängnis einbringen, doch er hat noch nicht aufgegeben. Und so schafft er es, trotz hoher Sicherheitseinrichtungen, seinen Bewacher zu überwältigen und zu fliehen. Sein Fluchtweg wird von Leichen gepflastert und dann verschwindet er spurlos. Szenenwechsel: in New York treibt eine Gruppe fehlgeleiteter "Robin-Hoods" ihr Unwesen, die NY-Polizei glaubt, dass mind. 30 - 40 Personen ums Leben gebracht wurden, quasi als Säuberungsaktion, denn die Personen waren allesamt Verbrecher. Trotzdem geht es ja nicht an, dass hier eine Lynchjustiz am Werk ist. Schlechte Publicity. Es muss was geschehen. Also, Lucas Davenport, der z.Zt. nicht als Ermittler arbeitet, wird gebeten, nach New York zu kommen und zum einen diese Robin-Hood-Gruppe auszuheben und zum anderen nach Michael Becker zu fahnden, denn der ist offensichtlich wieder aktiv und auch von ihm häufen sich die Leichen in New York. Delikaterweise wird Lucas von Lily Rothenburg darum gebeten, mit der er in der Vergangenheit ein Techtelmechtel hatte (ich glaube in "Indianische Schatten"), die aber nun mit dem Leiter der Ermittlungsgruppe in New York verbandelt ist und die geplante enge Ermittlungsarbeit mit beiden hat schon was. Ja, ja, aber das kriegt Lucas schon hin. Und hingekriegt hat Sandford diesen Krimi wirklich 1A+++ - der geneigte Leser bekommt wirklich was geboten: zum einen Becker, der vollgestopft mit Drogen, so langsam aber sicher seinem Ende zustrebt; dabei seine Morde verübt, diese angeblich als wissenschaftliche Experimente, da kurz bevor ein Mensch "seine Seele aushaucht" irgendein "besonderes Leuchten" um den Sterbenden ist und das gilt es einzufangen ??!! Dabei ist Becker eigentlich nur ein kranker Irrer, allerdings ein sehr gefährlicher, der selbst wahllos in rauhen Mengen Drogen konsumiert. Auf die gewohnte leise, subtile und unglaublich intelligente Art bringt Lucas Davenport beide Fälle zu einem Ende - das eine ist recht unspektakulär - das andere wirklich brutal final.... Welches welches ist, wird hier nicht verraten. Interessiert ? Kann ich gut verstehen - lesen Sie! Es wird Ihnen gefallen ! ---- DAS MESSER IM SCHATTEN: Kann die erste Story überhaupt noch überboten werden? Eigentlich nicht, aber sie kommt fast nah dran. Sehr nah! Auch hier wieder ein irrer Killer, der lange, sehr lange sein Unwesen treiben kann. Viele Frauen hat er schon brutal ermordet und niemand hat das Muster erkannt und nach einem Serienmörder gesucht. Lucas Davenport ist mittlerweile wieder bei der Polizei der Zwillingsstädte angestellt und durch Meagan Connell, eine Kollegin von der Stadtpolizei, auf diese Fälle hingewiesen worden. Zunächst will er nicht so recht und auch Rose Marie Roux, die Chefin, möchte die Ermittlung eigentlich "abschieben" - doch Meagan spielt der Presse die nötigen Informationen zu und zack... jetzt kommt "die Scheiße in den Ventilator" - wie es dort immer heißt, und Lucas wird beauftragt, eine Sonderermittlungstruppe zu bilden und die Fälle aufzulösen. Auf den Verdächtigen, einen gewissen Koop, kommen sie lange nicht, und es ist superspannend und kaum auszuhalten für den Leser, so lange darauf zu warten, bis es endlich "schnackelt". Denn WIR als Leser wissen schon sehr früh, wer es ist und warum er es tut. Dabei wird die Spannung noch dadurch erhöht, dass sein eigentliches Objekt ständig in Lebensgefahr schwebt, da Koop sich nicht zwischen seiner krankhaften "Liebe" und seinen Mordgedanken entscheiden kann.... Psychologisch ausgefeilt - diese Art "kranker" Stories einerseits und andererseits als krassen Gegensatz kommt die "Normalwelt" der Ermittler, mit ihren alltäglichen Sorgen, ihren privaten Leben und die engagierte Art ihrer Ermittlung ins Spiel. Rundum ein wirklich sehr gelungener Kriminalroman - ist ja bei Sandford auch nicht anders zu erwarten ! Für mich sind in diesem Doppelband zwei seiner besten Romane enthalten. Das Lesen derselben bereitet wirklich absolutes Vergnügen.