Das Autoren-Team (Mutter & Sohn) hat eine recht ungewöhnliche Idee konzipiert. Der ermittelnde Inspector Rutledge wird - in seinem Kopf - ständig von einem ehemaligen Kriegskameraden begleitet, den er im Krieg wegen Befehlsverweigerung erschiessen lassen musste. Diese Idee ist meines Erachtens nicht ganz konsequent verfolgt worden. Hamish ist mehr eine Art "innere Stimme", denn ein wirklich "böser Geist". Das führt dazu, dass ich den fünften Stern "verweigert" habe. In diesem Krimi hat der Inspector zwei Fälle parallel zu lösen, was ihn - gelegentlich - etwas überfordert. Es steht nicht die Action, sondern mehr die Landschaftsbeschreibung, vor allem aber Psychogramme der Kriegesgeneration (I. Weltkrieg) im Vordergrund. Dabei werden alle Perspektiven berücksichtigt: Heimkehrer, Witwen, Ehefrauen von Heimkehrern. Diese "Innenansichten" sind meines Erachtens nie langweilig. Der dann doch wieder temporeiche Schluss bietet insoweit eine gewisse Zäsur. Ein Krimi, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist, aber wer sich für den eher "britischen" Krimi begeistern kann, wird ein paar sehr angenehme Stunden verleben.