Wow, Emmylou Harris meldet sich 3 Jahre nach
Red Dirt Girl [Slipcase] eindrucksvoll zurück! Ihrem Stil, den sie seit
Wrecking Ball neu orientiert hat, bleibt sie auch in "Stumble into Grace" treu und liefert zeitgenössische Musik als Gesamtkunstwerk ab. Von ihren Country-Musik-Wurzeln ist nur noch wenig erhalten, auch wenn auf der neuesten CD z.B. die McGarrigle-Schwestern und Linda Ronstadt Emmylou Harris musikalisch unterstützend begleiten und Paul Kennerly bei "Jupiter Rising" als Co-Autor verantwortlich zeichnet. Es sind wieder eindrucksvolle Klangbilder entstanden, die den Zuhörer einhüllen und gefangen nehmen.
Insgesamt findet sich eine reichliche Vielfalt an musikalischen Impressionen und textlichen Inhalten. So sind bei "Little Bird" Anlehnungen an indio-amerikanische Klänge unüberhörbar, und nach einem eindrucksvoll intonierten und anrührenden "Strong Hand (For June)", welches der kürzlich verstorbenen June Carter-Cash gewidmet ist, findet sich im Anschluss ein durchaus erotisches und aufgewühlteres "Jupiter Rising". Und "Plaisir d'Amour" mutet im Weiteren in seiner schlichten Orchestrierung (und natürlich auch der französischen Sprache wegen) als absoluter Kontrast an. Persönliches Highlight ist für mich "O Evangeline", dem aber das sehr nachdenklich stimmende "Lost unto this world" oder das die CD beschließende "Cup of Kindness" in nichts nachstehen.
"Stumble into Grace" ist sicherlich ein Album, was man immer und immer wieder hören muss und sollte, um alle dort darin enthaltenen Facetten gebührend zu würdigen. Das Album und natürlich Emmylou Harris haben das verdient!
Kurt-André Lion