Selten habe ich mich derart durch ein (eigentlich) spannendes Buch geqüalt.
Dabei hat es alles was ein lesbares Buch für mich ausmacht:
Glaubhafte Protagonisten, interessante Fakten, gute Beschreibungen, und - was vielen "Rückblick Büchern" zu der Zeit (Zweiter Weltkrieg) fehlt:
Dialoge. Viele andere Bücher sind reine Erzählwerke und sterbenslangweilig.
Nun - Dialoge - und genau die sind das Problem - nach kaum 100 Seiten fragte ich mich: Gibt es das auch in Hochdeutsch?
Anfangs waren die Berliner Ausdrücke, Sprüche, Sprach-Verwurstelungen ja nuoch ganz witzig, aber grade dieses dauernde berlinerisch macht das Lesen einfach nur anstrengend und schwer.
Irgendwann fing ich an die Dialoge möglichst auszublenden. Wenn man quasi einen Übersetzer braucht für Sätze wie: "Klar Nik, aber mit jeschlossener Fallschirmseide nu mal nich jeht, kann er doch mit seiner Leich doch jleich en schönes Zinnober mache."
WAS?
Dann gab es wirklich Worte die ich mir echt erklären lassen musste:
"Sarje" zum Beispiel. Nein es ist kein spezieller militärischer Ausdruck ect. Es ist die berlinerische Form von Sarg bzw. "kleiner Sarg." Dafür musste ich aber erst einmal einen Freund anrufen der in Berlin wohnt und der sich das dann von einem "Urberliner" übersetzen ließ. Sowas tötet jeden Lesefluss wenn man einfach nicht versteht was der Autor sagen möchte.
Lokalkolorit und echte Erlebnisse schön und gut - aber wenn es dadurch für Nicht-Berliner zu einem dauernden: "Was soll das heissen?" wird überzeugt es mich zumindestens nicht.
Schade - eins der weniger Bücher zum 2. Weltkrieg das nicht nur Erzählform im Text ist - aber solche Dialoge: Nein danke!