Mangelnde Motivation, persönliche Probleme, fehlende Studienleistungen - für einen Studienabbruch kann es die unterschiedlichsten Gründe geben. Eins ist allen Abbrechenden gemein: Sie müssen mit ihrem oft als solchen empfundenen Makel" zurechtkommen; auch ohne Abschluss.
Christine Öttl und Gitte Härter wollen Studien-abbrecherinnen und -abbrechern beim Weg auf den Arbeitsmarkt Mut machen und konkrete Hilfestellung im Bewerbungsprozess leisten. Kernpunkt des Ratgebers ist, dass fachliche Defizite gerade heutzutage leichter auszugleichen sind als menschliche und persönliche Qualifikationen auch im Beruf immer wichtiger werden.
Die Autorinnen gliedern ihr Werk in die Vorbereitung auf die Bewerbungsphase, die Bewerbung selbst - schriftlich und online - und schließlich das Bewerbungsgespräch. Der sehr ausführliche Teil der Vorbereitung ("Potenziale erkennen") legt besonderes Augenmerk auf die Persönlichkeit der Bewerberinnen und Bewerber und erläutert, wie sie sich samt ihrer Stärken und Schwächen selbst besser kennen lernen, um sich realistisch einzuschätzen. Unterschiedliche Möglichkeiten der Jobsuche wie unter anderem Stellenmärkte, Internet und Fachmessen finden zusätzlich Beachtung.
Im Bewerbungsteil (Erfolgreich bewerben") widmen sich die Autorinnen ausführlich der Zusammenstellung sowohl der schriftlichen als auch der Online-Unterlagen, wobei formale Kriterien ebenso wie inhaltliche zur Sprache kommen. Die Online-Bewerbung umfasst darüber hinaus die verschiedenen Möglichkeiten wie beispielsweise Online-Jobbörsen, E-Mail-Bewerbung oder Bewerber-Homepages. Abschließend vermittelt das Thema des Bewerbungsgesprächs (Selbstbewusst auftreten") einen Einblick in den konkreten Ablauf dieses obligatorischen Termins. Welche Fragen kommen auf mich zu und welche sollte ich stellen? Wie kann ich meinen Studienabbruch erklären? Öttl und Härter geben Anleitung, die richtige Einstellung zu einem solchen Gespräch zu finden um die Nervosität zu reduzieren und es so erfolgreich zu bestreiten. Link-Tipps zu mehreren Online-Stellenmärkten und Webseiten zum Thema vervollständigen den Ratgeber.
"Studienabbruch, na und?" ist übersichtlich aufgebaut und gibt präzise und detailliert zugleich Anleitung für Studienabbrechende, wie sie sich ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt ergattern. Einem Persönlichkeitscoaching gleich wird dazu ermuntert sich zu verdeutlichen, welche Erwartungen Bewerberin und Bewerber selbst an den potentiellen Job haben und dass auch Abbrecherin und Abbrecher durchaus Forderungen stellen dürfen.
Der Text, leicht verständlich und deshalb gut zu lesen, ist grundlegend für Bewerbungsunerfahrene. So wird auch auf so manchem vielleicht überflüssig scheinende Hinweise nicht verzichtet wie diesen, E-Mail-Adressen wie onkel-schnitzel@yahoo.de" bei Bewerbungen tunlichst gegen seriöse einzutauschen.
Aufgelockert ist das Werk durch praktische Tipps, die - farblich hervorgehoben - wichtige Do's und Don'ts im Bewerbungsprozess angehen. Darüber hinaus geben Interviews mit Ex-Studierenden und Personalleiterinnen und -leitern von Firmen Auskunft über das Thema. Verschiedene Checklisten fassen die wichtigsten Punkte zusammen, komplettiert wird das Buch durch kleine Übungen.
Die Autorinnen legen ein abwechslungsreiches und Mut machendes Werk vor, das nicht darauf abzielt, den dunklen Punkt" Studienabbruch zu vertuschen, sondern offen und ehrlich damit umzugehen. Mit Studienabbruch, na und?" ist ihnen ein umfassender Ratgeber gelungen.