Felix Karlinger (1920 - 2000), Literaturwissenschaftler und Ethnologe, beschäftigte sich in einem erheblichen Teil seiner Studien und Forschungen mit Sardinien. In München studierte er Musik- und Theaterwissenschaft, Volkskunde und Romanistik. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten unternahm er Reisen nach Sardinien, wo er sich besonders mit der inseltypischen Musik beschäftigte. Die Sechziger- und Siebziger Jahre standen im Zeichen seiner Studien zum sardischen Volksmärchen, deren Höhepunkt die Sammlung "Das Feigenkörbchen: Volksmärchen aus Sardinien" bildet. Eine Übersicht über Leben und Werk Karlingers gibt der hier vorgestellte Band "Studien zur Ethnomusikologie und Volksliteratur Sardiniens", herausgegeben von Giovanni Masala. Wer sich für die Besonderheiten der sardischen Poesie und Musikkultur interessiert, erhält in diesem Band aus der Schriftenreihe "Sardìnnia", die sich der Edition von Werken deutscher Intellektueller zu ganz verschiedenen Aspekten der sardischen Ethnie widmet, unerlässliche Informationen über Dicht- und Gesangstradition auf der Mittelmeerinsel. "Studien zur Ethnomusikologie und Volksliteratur Sardiniens" ist eine kritische Ausgabe von unschätzbarem Wert für das Verständnis einer europäischen Inselkultur, die im Verlaufe ihrer Geschichte dominanten kulturellen Fremdeinflüssen ausgesetzt war und dennoch außergewöhnlich spezifischen Charakter bewahren konnte.