Kulturspiegel, Hans Hielscher, 4/2011
"Als "eine Mischung aus tiefschwarzer Jazztradition, archaischer Alpenfolklore und unverbindlicher Pop-Attitüde" charakterisiert der Kritiker Wolf Kampmann die Sängerin, die als Tochter eines Schweizer Metzgers in Kalifornien aufwuchs. Stucky jazzt und jodelt. Die 49-Jährige ist ein komödiantisches Unikat in der Welt der improvisierten Musik."
Jazzthing#88, April/Mai 2011
"Distanziert kündigt der Albumtitel den Inhalt an. Doch das, was die wilde Walliserin seit 25 Jahren auf die Bühne bringt, ist alles andere als distanziert. Erika Stucky streift querbeet durch die Hits anderer, gräbt sie um, stellt sie auf den Kopf und schüttelt die Substanz aus ihnen, kann dabei ein Heidengebrüll veranstalten, tief-traurig singen oder urkomische Fisematenten machen - und herzig jodeln sowie eine kleine Quetschkommode bearbeiten. Früher sang sie im Damenquartett, später wurde die Tuba ihr liebstes Begleitinstrument, oft im Duo mit Posaune, auch mit der Big Band des WDR hat sie zusammengearbeitet. Aus abgedroschenen Klamotten wie "You Are My Sunshine" strickt Stucky rasante Performances, während sie bei einer Annie-Lennox-Ballade dahin sinkt. Ihre Register sind beachtlich: Zu Zappas Anti-Fernsehsong schlüpft sie in quengelige Gnomenstimmchen und lautmalt die Gitarre des Maestros. Von Coltrane über die Rolling Stones hin zu Eminem zieht sie ihre Register, Songs von Led Zeppelin und sogar Britney Spears erhalten hier ganz eigene Gestalt. Wenn Erika Stucky am Ende des Albums a cappella "You Belong To Me" croont, nicht erst dann liegt das Publikum ihr zu Füßen." (ul)