Zweieinhalb Jahre, nachdem Kelly Clarkson mit ihrem Smash-Hit "My Life Would Suck Without You" und dem Album "All I Ever Wanted" weltweit die Top10 enterte, ist sie nun mit ihrem neuen Longplayer "Stronger" wieder da!
Und dieses Album ist wirklich eine Wucht! Zum einen ist Kelly nicht, wie die meisten ihrer US-Kolleginnen, auf pures Elektrogedudel umgeschwenkt, sondern macht nach wie vor handfeste Popmusik mit einigen Rockelementen, was wirklich erfrischend klingt - und zum anderen weiß mal wieder jeder Song des Abums auf seine Art zu überzeugen.
Der Fokus des Albums liegt vor allem auf Kellys Paradedisziplin: Den kraftvollen Uptemponummern mit viel Stimmgewalt. Als erstes wäre da zum Beispiel "What Doesn't Kill You" zu nennen. Der Song ist der heißteste Favorit auf die 2. Single-Auskopplung und wurde vom schwedischen Songwriter Jörgen Elofsson geschrieben. Im Song ist die wohl wichtigste Nachricht des Albums versteckt: "Was dich nicht umbringt, macht dich stärker". Der Spruch dürfte jedem bekannt sein, aber von Kelly gesungen gewinnt er direkt noch einiges an Ausdrucksstärke hinzu.
Ein weiteres gutes Beispiel ist der Song "You Love Me", den Kelly selbst geschrieben hat. Der Song erzählt von der Verzweiflung, mit der man versucht, seine Liebe von jemandem erwidert zu sehen. Und wenn man den Song richtig auf sich wirken lässt und Kellys Stimme lauscht, dann ist man vom Song wirklich berührt.
Aber natürlich gibt es auch einige ruhigere Midtempo-Songs und Balladen zu hören. Ersteres trifft zum Beispiel auf die Leadsingle "Mr Know It All" zu, die den meisten Leuten bekannt sein dürfte. Irgendwo zwischen Midtempo und Ballade ist zB der Song "The War Is Over" einzuordnen. Und eine tolle Ballade findet man zB in "Breaking Your Own Heart".
Am meisten überzeugt, wie eh und je, Kelly Stimme. Gerade im Vergleich zu ihrem weltweiten Durchbruchs-Album "Breakaway" (kam hierzulande 2005 raus) klingt ihre Stimme ein Bisschen tiefer und deutlich gereift. So schafft sie es, einerseits Power und andererseits viel Gefühl in die Songs reinzubringen.
Bleibt noch zu sagen, wem man das Album empfehlen könnte. Nun ja, erst einmal sollte natürlich jeder in die Hörproben aller Songs bei Amazon reinhören, dann gewinnt man schon einen recht guten Eindruck, ob man ihre Musik nun mag oder nicht. Dazu kommt, dass Kelly ihrem Sound treu geblieben ist und ähnliche Wege geht, wie beim Vorgängeralbum "All I Ever Wanted" (das allerdings, ohne dass der Sound irgendwie verbraucht klingt). Wem also das Vorgängeralbum gefiel, dem wird auch "Stronger" gefallen. Wem es nicht gefiel, der sollte bei diesem Album vorsichtig sein.
Die Leadsingle "Mr Know It All" gibt übrigens nur begrenzt den Sound des Albums wider, da die meisten anderen Songs doch deutlich lauter sind.
Ebenfalls eine Empfehlung kann man an alle aussprechen, die eigentlich Fans der Popmusik sind, aber vom Elektrogedudel à la Katy Perry und Lady Gaga langsam aber sicher aber die Nase voll haben.
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Für alle, die interessiert sind, kommt hier noch eine detailliertere Beschreibung zu allen Songs - wobei die Bewertung der einzelnen Songs natürlich auch Geschmackssache ist!
1) "Mr Know It All" - Wie schon erwähnt, die Leadsingle des Albums. Sehr radiotauglicher Midtempo-Song! 8/10
2) "What Doesn't Kill You (Stronger)" - Wird wahrscheinliche die 2. Single, tolle Uptemponummer mit viel Power und "mutmach"-Lyrics. 10/10
3) "Dark Side" - Nach der Einleitung durch eine Spieluhr-Melodie geht es nicht ganz so dunkel weiter, wie der Titel vermuten lässt, trotzdem ein toller, typischer Kelly-Popsong. 9/10
4) "Honestly" - Die erste Ballade des Albums. Tolle Lyrics, die Melodie allerdings ist nicht ganz so eingänig wie bei den meisten anderen Songs. 6/10
5) "You Love Me" - Kelly selbst hat verraten, dass dies ihr Lieblingssong ist. Ebenfalls tolle Lyrics ("You just opened my eyes while breaking my heart") und dazu ganz viel Gefühl! 10/10
6) "Einstein" - Hier stellt Kelly (gemäß dem Titel) ihre ganz eigene Relativitätstheorie auf ("Dumb + Dumb = You"), dabei kommt ein Midtempo-Song raus, der mit häufigem Hören kontinuierlich besser wird. 10/10
7) "Standing In Front of You" - Ballade Nr 2. Meiner Ansicht nach kann Kelly aus schnelleren Songs noch mehr rausholen, der Song verliert sich zwischenzeitlich ein Bisschen. Wirklich schlecht ist er aber auch nicht. 5/10
8) "I Forgive You" - der nächste Kelly-typische Popsong mit Rockelementen, eingängiger Refrain und schöner Hook. 8/10
9) "Hello" - Der Song hat etwas vom Sound des "My December"-Albums (für alle Kelly-Experten: Mich erinnert er an "How I Feel"), allerdings kommt er doch etwas fröhlicher daher. Tolle instrumentalisierung und Ohrwurmverdächtiger Refrain. Für mich einer der Top 3 - Songs des Albums! 10/10
10) "The War Is Over" - Wie oben schon angedeutet, geht der Song etwas Richtung Ballade, gewinnt im Refrain allerdings ein Bisschen an Tempo. Schöner, gefühlvoller Gesang von Kelly. 8/10
11) "Let Me Down" - Schon die Strophen klingen dank Trommel-Einsatz mitreißend, der Refrain legt dann aber nochmal deutlich was drauf, Kelly singt sich regelrecht die Seele aus dem Leib! Super Hook und bisher mein Favorit vom Album! 10/10
12) "You Can't Win" - Klingt sehr ähnlich wie "I Forgive You" - und bekommt daher auch 8/10 Punkten.
13) "Breaking Your Own Heart" - Angenehm-ruhiger Song mit "Kerzenschein"-Atmosphäre. 6/10.
14) "Dont Wanna Stay" (mit Jason Aldean) - Anstatt einer Rock- gibts hier mal eine Countrykomponente. Die Stimmen von Kelly und Jason harmonieren sehr gut, toller Song! 8/10
15) "Alone" - ein relativ rockiger Song, im Refrain gibt Kelly wieder viel Power und brennt so die Textzeile "When I'm With You I'm Alone!" quasi in die Ohrwurmregion ein ;) 10/10
16) "Dont Be A Girl About It" - Eingänige "uuuuuuuu-uuuuuh-uuuuh"-Bridge und typischer Power-Refrain. 9/10
17) "The Sun Will Rise" (feat Kara Dioguardi) - Last but not least noch eine Ballade. Die Stimmen der beiden Frauen wirken echt gut zusammen, der Song steigert sich mehr und mehr zu einem ansehn- bzw anhörlichen Finale. 9/10
Im Endeffekt würde diese Punktzahl nicht ganz für 5/5 Sternen reichen, aber man kann so ein Album einfach nicht ausschließlich anhand der einzelnen Songs betrachten, sondern muss es als Gesamtwerk sehen. Zum einen erreicht Kelly (aus meiner Sicht) sechs Mal die absolute Höchstpunktzahl - und zum anderen gibt es keine Lückenfüller-Songs, sondern jeder Song hat auf seine Art seinen Reiz und welche Songs man persönlcih am besten findet, liegt immer am einzelnen Hörer. Eine solche Song-Qualität ist heutzutage eine absolute Seltenheit!
Achja: Und dass Kelly Clarkson ohne Frage eine der weltweit besten Stimmen im Musikbusiness hat, kommt auch noch positiv zur Geltung.
Als Fazit kann man sagen, dass viele Songs von "Stronger" ähnlich klingen - allerdings ähnlich GUT! Denn wenn ein Song gut ist, dann sind andere, ähnliche Songs ja meistens ebenfalls gut!