Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schieb es auf die Brote, 10. März 2008
Zwei Dinge stehen bereits vor der Veröffentlichung von "Strom und Drang" fest: "Fettes Brot" sind mit ihrem letzten Album "Am Wasser gebaut" endgültig von der Erfolgswelle mitgerissen worden und haben zudem erstmals mit einer Mischung aus gewonnener Reife und Spaßattitüde ein über Vergleiche erhabenes Werk abgeliefert. Seit nun mehr 15 Jahren liefert die selbst ernannte Dreifaltigkeit des deutschen Hip Hop in stiller Regelmäßigkeit kleine und große Clubhits ab und sind für ihre lebhaften Bühnenauftritte bekannt. Neben allen Albernheiten hat sich mit der letzten Platte auch eine nachdenklichere Seite der Hamburger aufgetan, die nicht zuletzt mit dem Erfolg der Single "An Tagen wie diesen" gedankt wurde. Die Hamburger Szene war und ist schon immer eine besondere und rückblickend ist es erstaunlich, welche Entwicklung einstige Weggefährten wie Tobi Tobsen (5 Sterne Deluxe, Moonbootica), DJ Rabauke (Eins Zwo), usw. genommen haben. Kollaborationen mit gestanden Acts wie den "Ärzten", "Beginnern" oder "Fanta 4" unterstreichen die musikalische Breite.
"Strom und Drang" markiert nun den 6. regulären Langspieler ihrer Karriere und Erfolg verpflichtet immer auf eine gewisse Weise. Somit war klar, dass die erste Single "Bettina, zieh Dir bitte etwas an" ein Track der Marke "Schwule Mädchen" und "Emanuela" sein muß - die Partygemeinde möchte unterhalten werden. Gemeinsam mit dem Berliner Produzenten/DJ Duo "Modeselektor" fällt diese auch gleich mal ungewohnt elektronisch aus. Offen für Neues lässt sich das Album auch in seiner Gesamtheit auf einige Experimente ein. "Erdbeben" stellt mit stampfenden Beats eine Liaison zwischen Miami Bass und Cheerleader Chants dar. Auch "Das traurigste Mädchen der Stadt" lässt die Elektronik sprechen und glänzt neben melodischen Synthieklängen und Refrain mit einem Gastaftritt der Sängerin Mieze (Mia). "Ich lass Dich nicht los" geht auch inhaltlich etwas anspruchsvoller zu Werke und behandelt, erneut unterstützt von Pascal Finkenauer, das Thema "Stalking" auf intelligente und kritische Weise. Dennoch haben sich die Brote leider etwas von ihrem einstigen Pfad abgekehrt. Spaß hat sich wieder massiver in den Vordergrund gestellt und selbst nachdenklichere Versuche wie "Hörst Du mich?" oder "Automatikpistole" erreichen nicht ansatzweise die Qualität der 2005er Finkenauer Kollaboration "An Tagen wie diesen". Es hinterlässt nach musikalisch und lyrisch durchschnittlichen Tracks wie "Schieb es auf die Brote" oder "Lieber verbrennen als erfrieren" eher den Eindruck unbedingt noch einmal eine moralischen Akzent setzen zu wollen. Man muß natürlich zu Gute halten, dass sich "Fettes Brot" mit jedem Album immer ein Stück weit neu erfinden - auch in diesem Fall. Elektronische Elemente, Old und New School Hip Hop oder am Ende doch eine seichtere Popnummer (Das allererste Mal), aber wenn man sich (zu Recht) mit einer Platte wie "Am Wasser gebaut" den Erfolg verdient hat, muß man sich konstruktiver Kritik stellen müssen und manches klingt einfach zu gewollt und auf funktionierende Bühnenshows zukonstruiert. Die Gefahr liegt bei solchen Nummern immer darin, dass sie eine Halbwertszeit von einem Fischbrötchen haben. "Spaß muß sein" - ihr habt ja recht, aber wenn es darum geht, ob sich "Fettes Brot" ein weiteres Mal steigern konnten, dann heißt die Antwort: "Ja klar.....äh nein....ich mein....Jein!"
Anspieltipps: "Das traurigste Mädchen der Stadt", "Erdbeben" und "Ich lass Dich nicht los"
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Perfekt!, 29. März 2008
Eigentlich war ich kein "Brote" - Fan bis zum letzten Album "Am Wasser gebaut" und nur aus Zufall kaufte ich es mir. "Emanuela" war ja eher eine reine Witznummer, aber daß die Brote noch mehr drauf hatten, merkte ich erst beim Hören der ganzen CD.
Darum erfreut es mich umso mehr, daß "Fettes Brot" genau da weitermachen, wo sie aufgehört haben.
11 total unterschiedliche Songs in einem atemberaubenden Stilmix.
"Bettina, Zieh Dir Bitte Etwas An" ist vom Refrain nicht ganz so eingängig wie "Emanuela", aber wieder verbinden die Brote lockere Sprüche mit einem ernstgemeinten und ernsthaften Hintergrund.
Höhepunkt des Album ist eindeutig das mit Finkenauer aufgenommene "Ich Lass Dich Nicht Los", welches zwar an manchen Stellen stark "Tage wie dieser" vom letzten Album erinnert, ansonsten musikalisch und insbesondere textlich ganz stark rüberkommt. Mein Anspieltipp!!!
Positiv sind die vielen verschiedenen Arrangements und Rhythmen. Den Broten scheinen die Ideen überhaupt nicht auszugehen und sprühen vor Einfallsreichtum. Bei keinem Song wird es langweilig, auch wenn ich den Song "Der beste Rapper..." ein wenig sinnfrei finde. Müßte es nicht "...bin offentlich ich" heißen?
Nach 37 Minuten ist leider alles schon vorbei. Schade, 1-2 Songs mehr von guter Qualität hätte mich mir noch gewünscht.
Aber trotzdem hinterläßt das Album einen ganz starken Eindruck. Kaufen!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sie sind wieder da!, 18. März 2008
Nach diesmal "nur" drei Jahren melden sie sich zurueck: Dr. Renz, Schiffmeister und König Boris sind zurück im Business und räumen mal wieder richtig auf! Mit der übersexten Gesellschaft, mit Gangsta Rap, mit Harz IV, aber auch einfach mit der trüben Winter-Laune..
So enttäuscht ich von ihrem letzten Album, am Wasser gebaut, war, so begeistert bin ich von diesem. Wärend mich beim letzten Album das Gefühl nicht los wurde, dass die drei Hamburger Jungs ganz tief in ihrer Mid-Life-Crisis steckten, haben sie diese nun eindeutig überwunden.
Was davon übrig geblieben ist, ist ein gewisser Ernst in manchen ihrer Lieder. So singen sie in "Ich lass Dich nicht los" von einem und aus der Sicht eines Stalkers und das so eindringlich, dass man erstmal ein paar Mal schlucken muss, wenn man ihnen zuhört. Die Idee ist zwar nicht neu, die hat Falco schon vor über 20 Jahren gehabt, aber die Umsetzung ist nahezu perfekt - da wäre sogar Herr Hölzel neidisch geworden..!
Auch das letzte Lied auf dem Album, "Hoerst Du mich", ist sehr ernst und dabei sehr gelungen: Ein Lied für all die, die mittlerweile "auf der Strecke geblieben" sind. Ein sehr, sehr trauriges und trotzdem gelungenes Lied von den Broten. Das hätte ich ihnen so gar nicht zugetraut.
Aber neben all diesen ernsten Liedern gibt es natürlich auch gewohnte Brote-Kracher, als da wären: Erdbeben (auf den Beat von Bonde do Roles "Gasolina" - mein Sommerhit des Jahres 2008!), der beste Rapper Deutschlands und natuerlich der 1 Euro Blues - ein Lied für alle Hartz IV-Empfaenger und 1-Euro-Jobber.
Neben der hohen Qualität der Texte sei aber unbedingt auch die musikalische Qualität des Albums erwähnt..! So muss moderner, (deutscher) HipHop klingen! Ein bisschen OldSchool, ein ordentlicher Schuss Electro und dazu die wildesten Beats, die ich bei deutschem HipHop je gehoert habe! Vergleichbar vielleicht am ehesten mit Bonde do Role auf deutsch.
Alles in allem ist "Strom und Drang" eines der gelungensten Alben der fetten Brote - ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es ihr bestes ist, seit "Auf einem Auge Blöd"
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