Ein packender, sehr lesenswerter Roman über die Zeit der New Economy und der Dot.coms.
Wer den 'Neuen Markt' kennen gelernt hat, weiß, wie es damals (1999 bis 2000) zuging. Es ging nur um Zahlen, um Schönheit auf dem Papier. Substanz hingegen war nicht gefragt. Es wuchs eine riesige Blase, die im Jahr 2000 platzte. Der Roman beschreibt, wie es zur Zeit der Hypereuphorie zugegangen ist, als fast alle die Realität völlig ausblendeten und nur noch an grenzenlosen Wachstum glaubten und wie es sich in einigen Agenturen vermutlich wirklich abgespielt hat. Wie man blendete und andere auf den Arm nahm, um selbst gut mitzuverdienen. Wie man versuchte, die anderen auszutricksen. Und wie alle davon wussten und dachten, sie sind trotzdem besser als der Rest. Stefan und Thorsten versuchen mit ihrer Agentur genau das: Andere zu blenden und selbst gut zu verdienen. Dabei verlieren sie selbst schnell den Blick für die Realität und geraten ebenso in den Abwärtsstrudel. Doch die Divise heißt: Nicht aufgeben und auch am Ende noch etwas für sich selbst herauszuschlagen. Man muss die Sachen eben nur angehen!
Mein Fazit: Sehr zu empfehlen! Besonders für Leser, die den 'Neuen Markt' kennen gelernt haben, und für alle, denen eine klare Sprache gefällt, die fast ohne Fremdworte auskommt und für alle, die trockenen Humor mögen.