Aus der Amazon.de-Redaktion
Comics für Erwachsene haben es immer noch schwer in Deutschland. Umso überraschender ist der Erfolg der
FAZ-Serie
Strizz, einer Art Daily Soap über den gleichnamigen Büroangestellten. Dieser Band versammelt alle Folgen aus dem Debüt-Jahr 2002.
Leo, sein Chef, hat es nicht leicht mit Strizz und hofft insgeheim vermutlich auf weitere Lockerungen beim Kündigungsschutz. Denn sein spillriger Untergebener mit Fünfzigerjahre-Tolle kommentiert lieber das Tagesgeschehen (Fußball-WM, Hartz-Kommission, Bundestagswahlkampf) als Akten zu wälzen. Oder schwelgt in Großmannsfantasien -- "Charisma, dein Name ist Strizz!" --, mit kurzen Momenten der Selbsterkenntnis: "Ich bin ein kleines Licht."
Weil er mal wieder schlampig gearbeitet hat, muss eine zusätzliche Kraft eingestellt werden? Prima, "nennt mich einfach Mister Job-Wunder!" Chef Leo hält dagegen: "In einer halben Stunde auf meinem Tisch!", doch mehr als Achtungserfolge liegen angesichts des passiven Widerstands à la Bartleby kaum drin. Ergänzt wird das ewige Duell durch Episoden mit Strizz' aufgewecktem Neffen Rafael, der bezaubernden Irmi oder dem ebenso scharfsinnigen wie verfressenen Kater Paul.
Wer an der Serie vor allem die Anspielungen auf aktuelle Ereignisse schätzt, sollte wissen, dass diese hier nur noch bedingt funktionieren, trotz der voran gestellten Chronologie. Charme und Chuzpe des leidenden Angestellten hingegen sind ungebrochen und nicht wenige Leser dürften, wie Elke Heidenreich, diesem Helden der Arbeitsverweigerung verfallen.
Ihnen bietet das Buch Gelegenheit, Strizz' "Jugendjahre" aufzuarbeiten. Fans können sich noch einmal an den besten Sprüchen und Sperenzchen erfreuen und vielleicht endlich in der Praxis erproben: Bei der nächsten Gehaltsverhandlung einfach darauf hinweisen, "dass ich demnächst zwei oder drei Rentner ernähren muss". --Patrick Fischer
Kurzbeschreibung
Kennen Sie Strizz? Die täglichen (Miß)geschicke des Büroangestellten Strizz werden seit dem Frühjahr 2002 mit stetig wachsender Begeisterung von einer großen Leserschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verfolgt. Nun liegt das erste Jahr in Buchform vor. Neben Szenen des Büroalltags zwischen Strizz und seinem Chef Leo verfolgt man gespannt die zarte Entwicklung einer romantischen Beziehung, die Strizz zu der Zeichnerin Irmi knüpft. Strizz Neffe Rafael lebt bei seinem Onkel und bildet gemeinsam mit seinen Stofftieren ein "Philosophisches Quintett". Die Szenen, die sich hier abspielen, nehmen zusammen mit den Dialogen zwischen Leos Kater Paul und Irmis Dackel Müller eine wichtige Funktion ein - es sind gerade diese Geschichten, in denen aktuelles Tagesgeschehen aus Politik, Wirtschaft und Kultur aufgegriffen und kommentiert wird.
Der Verlag über das Buch
""Strizz ist Kult. Die Cartoons mit ihm als Serienheld erscheinen seit einiger Zeit täglich in der FAZ. Sie reflektieren den gesellschaftlichen und politischen Alltag. Die ästhetische Verarbeitung alltäglicher Erfahrung bezieht die Mittel der alten und neuen, meist nicht-deutschen Comic-Virtuosen mit ein. 3sat kulturzeit, 1. März 2004 Volker Reiche, Comiczeichner dieser Zeitung, hat ein vielfach geäußertes Leserbedürfnis erfüllt und seine Serie Strizz in einem Buch zusammengefaßt. (...) Somit kann man endlich noch einmal die ersten Auftritte von den Herren Leo, Paul und Müller, von Neffe Rafael und dessen Stofftieren, von Irmi und ihrer Mutter und natürlich von Herrn Strizz selbst nachlesen und sehen, wie sich diese Figuren bereits in den ersten sieben Monaten ihres Daseins verändert haben. Zusätzlich gibt es unbekannte Zeichnungen und kurze Kommentare zu einzelnen Folgen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Februar 2004 Für all jene, die es bislang versäumt haben den intelligenten Strip in der FAZ zu verfolgen oder vielleicht einfach noch mal nachlesen möchten, denen sei Volker Reiches Paperback- Band Strizz an's Herz gelegt.
Über den Autor
Volker Reiche ist freiberuflicher Comiczeichner. Neben seiner Strizz-Figur zeichnete er die weltberühmte Ente Donald Duck für die niederländische Disney-Produktion sowie den Igel Mecki, eine der bekanntesten deutschen Comicfiguren, für die Zeitschrift Hörzu