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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Frau, jung und erfolgreich": Frauen in der Politikberatung, 10. Mai 2008
In Ministerien und Expertengremien, in Ausschüssen, auf Konferenzen und natürlich in den Medien: überall sind Politikberater ein fester Bestandteil des Politikprozesses. Eine Ausbildung dafür gibt es nicht, die Wege dorthin sind verschlungen. Wie wird man also Politikberater? Oder besser: wie wird man Politikberaterin?
Abgesehen von einigen Ausnahmen wie zum Beispiel Jutta Allmendinger sind weibliche Politikberaterinnen immer noch selten in der Berliner Republik. In ihrem Buch Die Strippenzieherinnen. Welche Frauen stehen im Hintergrund? werfen Judith Kleinemeyer und Sandra Busch-Janser einen Blick auf die Karrieren von weiblichen Führungskräften im politischen Raum.
Die Beiträge zeigen: einen einheitlichen Weg in die Politikberatung gibt es nicht, übrigens weder für Männer noch für Frauen. Sie beschreiben allerdings auch, wie man es trotzdem schaffen kann: durch das gezielte Einsetzen seiner Stärken, durch Mentoren (Männer wie Frauen) und Netzwerke und natürlich auch durch die Medien. Die Vielseitigkeit ist der Trumpf für Politikberater und Politiberaterinnen die akademische Qualifikation ist oft genau so wichtig wie sogenannte soft skills und Erfahrung im Umgang mit Medien.
Jeder Beitrag wird mit einem Kurz-Portrait der Autorin eingeleitet. Für alle, die wissen möchten, wie es sich lebt zwischen Uni-Seminar, Experten-Anhörung und Abend-Buffet ist Die Strippenzieherinnen ein lesenswertes Buch.
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5.0 von 5 Sternen
Amüsant, interessant und lehrreich, 16. Januar 2009
Der Titel ist nicht ohne Ironie gewählt: Über Strippenzieher hat man schon viel gelesen und gehört, aber gibt es nur Männer die im politischen Berlin Einfluss haben?
Klar ist: Strippenzieherin ist kein nine-to-five-Job. Erfolgskriterien auf dem politischen Parkett Berlins sind Qualifikation, Charakter und Wissensdurst. Entschlossen und selbstbewusst suchen und finden immer mehr Frauen ihren Platz in einer männlich dominierten Arbeitswelt. Dabei haben sie sich eine erfrischende Weiblichkeit und Fröhlichkeit bewahrt, die manches Männerherz zum Schmelzen bringt. Ist dies das neue Erscheinungsbild der Entscheider in Politik und Wirtschaft? Weisen sie nachfolgenden Generationen den Weg?
Dieser Frage gehen Sandra Busch-Janser und Judith Kleinemeyer in Ihrem Buch Die Strippenzieherinnen. Welche Frauen stehen im Hintergrund? nach, das gerade im Polisphere-Buchverlag erschienen ist.
Zehn Strippenzieherinnen haben sie versammelt, die alle an der Schnittstelle zwischen Politik und Kommunikation ihren Mann stehen. Sie berichten von ihrer Arbeit, ihren Erfolgen, Irrwegen und Niederlagen und vom Leben einer Karrierefrau unter Männern. Vielleicht ist diese Sicht der Dinge etwas reißerisch? Aber die Auswahl der unterschiedlichen Autorinnen auf knapp 200 Seiten läßt den Leser sowohl schmunzeln als auch Stirn runzeln. Denn obwohl es auf der Welt mehr Frauen gibt und diese sogar bessere Schulabschlüsse haben, oft schneller studieren, mehr Sprachen sprechen kurz: einfach besser qualifiziert sind sind sie in Führungspositionen unterrepräsentiert und erhalten oft noch immer weniger Gehalt.
In vier Abschnitte zu wissenschaftlicher Politikberatung, wirtschaftlicher Interessenvertretung, gemeinnützigem Lobbying sowie Netzwerken und Hintergrundkreisen stellen die Strippenzieherinnen ihren Werdegang und ihre Motivation dar. Jeder Abschnitt wird von den Herausgeberinnen mit einer Branchenskizze eingeleitet, jede der Autorinnen kurz persönlich porträtiert. Da berichtet beispielsweise Claudia Kemfert vom DIW Berlin, bekannt als Umwelt-/ Energieexpertin in Funk und Fernsehen, dass sie zwar viel arbeite, aber den Spagat zwischen Lehre und Forschung, Politikberatung und Medienpräsenz besonders spannend und herausfordernd fände. Auch Melanie Piepenschneider von der KAS empfindet die Männerdomäne als eine nette, amüsante Herausforderung auch wenn ein Lächeln häufig als Paarungsverhalten interpretiert würde. Cornelia Yzer hat mit ihrem Wechsel vom Staatssekretärsposten in die freie Wirtschaft schon für viel Unverständnis gesorgt, doch sie weiß, dass man sich einfach nehmen muss, was man will.
Das Buch belegt: Strippenziehen wie in den sagenumwobenen old-boys-Netzwerken in verräucherten Hinterzimmern bei Zigarre und Whisky ist out, vielmehr zählt in der Politikberatung und an deren Schnittstellen Professionalität, Seriösität und Spaß am Job. Es gibt weder für Männer noch für Frauen einen klaren Karriereweg dorthin. Doch die Autorinnen nennen so manches Hilfsmittel: ein Förderer, ein belastbares Netzwerk (Frauennetzwerke und -quoten sind ebenfalls out!), Mut zum Sprung ins kalte Wasser und eine gute, solide akademische Ausbildung.
Ein lesenswertes Buch nicht nur für mehr Frauenpower, sondern auch ein Einblick in ein Berufsfeld, das sich zwischen Wissenschaft, Abendempfang und politischer Talkshow abspielt. Amüsant, interessant und lehrreich jenseits der medialen Hysterie, die politische Interessenvertretung gerne provoziert.
Civis mit Sonde
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5.0 von 5 Sternen
Erfrischende Frauen im Politikbetrieb, 14. Mai 2008
Die Strippenziehrinnen zeigt interessante Einblicke in die Schnittstellen zwischen Politik und Kommunikation. Dabei hat mir besonders gefallen, dass unterschiedliche Bereiche zu Wort kommen. Die einleitenden Worte über die Felder wissenschaftliche Politikberatung, wirtschaftliche Interessenvertretung, gemeinnütziges Lobbying und Netzwerke / Hintergrundkreise werden durch die erfrischenden Schilderungen von Karrierefrauen mit Leben gefüllt. Empfehlenswertes Buch über die Erfahrungen von Frauen im männlich dominierten Politikbetrieb.
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