Vorweg möchte ich sagen, dass dieser Film meiner Meinung nach mit ,Sex and the City' so viel zu tun hat wie Äpfel mit Birnen, nämlich gar nichts. Ich finde dies wichtig zu erwähnen, weil dieser Vergleich womöglich falsche Erwartungen an den Film wecken könnte und somit enttäuschen würde, was wiederum schade wäre, denn er hätte eine echte Chance verdient.
Mir ist der ,Strictly Sexual' zufällig in die Hände gefallen. Ich hatte keinerlei Erwartungen, dennoch wurde ich positiv überrascht und mit einem amüsanten Filmabend belohnt.
Die Handlung ist schnell umrissen. Donna und Christi Ann, zwei Single-Freundinnen, die eine laut und offensiv, die andere stiller und zurückhaltender, gehen in eine Hotelbar in Downtown Los Angeles um sich zwei Callboys für eine Nacht zu genehmigen. Der Plan - kein Stress, keine Verpflichtungen, nur Sex. Doch schon am Morgen danach erhält der Plan, der auf den ersten Blick genial erschien, erste Risse. Als sich die auserkorenen Callboys nämlich doch als echte Bauarbeiter herausstellen. Der Schock sitzt tief, auf beiden Seiten. Beleidigt und pleite ziehen die Herren von dannen, während die Damen sich trotz der Erkenntnis, dass die Jungs ja ganz süß gewesen wären, einig sind sowas in Zukunft doch wieder lieber bleiben zu lassen. Doch wie das Leben eben so spielt, getrieben durch pekuniäre Nöte dauert es nicht lange und einer der beiden Männer steht wieder vor der Tür. Man brauche das Geld und es wäre ja sowieso eingeplant gewesen. Aus dieser Situation entsteht ein neuer Plan der allen Beteiligten zum Vorteil geraten sollte. Wohnen gegen Sex. Das dies nicht gutgehen kann ist von Anfang an allen, außer den Protagonisten, klar.
Ab diesem Moment bietet der Film alles was das Herz begehrt, völlig unprätentiös und kitschfrei. Es wird gelacht, geliebt, gestritten, sich getrennt und wieder versöhnt. ,Strictly sexual'? Von wegen. Schon als die Jungs mit ihren Taschen über die Schwelle getreten sind, war der Plan gegessen. Es ist schön zu sehen wie sehr es in diesem Film menschelt, rauf und runter, die ganze Klaviatur zwischen Hoffnung, Liebe, Sex und Eifersucht. Wie jeder der vier sich entwickelt.
Die vier Hauptdarsteller sind sich ebenbürtig. Durch die Kulisse, über weite Strecken ein Villa mit Pool, erhält der Film den Anstrich eines Kammerspiels. Der Sex ist nicht explizit und gerade deshalb oftmals erotischer als das was man sonst so geboten bekommt. Ich habe schon länger keinen Film mehr gesehen, der einen so mitnimmt auf die Reise, egal ob lachend oder weinend, aber niemals lässt er einen kalt.