Für ihr Vorgänger-Album "Thug Stories" mussten die Bones viel Kritik einstecken. Für die einen war es zu soft, die anderen kamen einfach nicht damit klar, dass es ab sofort ohne Bizzy Bone weiterging. Man hatte die Gruppe eigentlich schon abgeschrieben, da auch Soloprojekte wie Layzie Bone's "The New Revolution" und "Cleveland" nicht besonders einschlugen. Swizz Beatz nahm sie trotz alledem auf seinem Label Full Surface unter Vertrag und sorgte mit einigen Features für frischen Wind. Ich war zunächst skeptisch, da zum Einen Gäste wie Mariah Carey, Bow Wow und will.i.am, die ich sonst überhaupt nicht leiden kann, mit von der Partie sind, zum Anderen, weil DJ U-Neek, der für alle großen Bone Alben mit verantwortlich war, keinen einzigen Song produziert hat. Doch gleich nach dem ersten Hören von "Strength & Loyalty" war mir klar: die Bones sind wieder ganz oben. Im Gegensatz zu den alten Alben, sind die Beats hier etwas härter, was einen als Fan ihrer eher souligen Platten vielleicht etwas irritiert, doch man freundet sich schnell damit an. Lyrisch geht es um die altbewährten Themen Cleveland, Glaube, Gangster S#!t, Marihuana usw. Schon "Flow Motion" stellt mit einem schnellen Beat und Wahnsinns-Rhymes von Layzie und Krayzie die Weichen für ein mehr als gelungenes Album. Leider gibt es mit dem im Country Style gehaltenen und sehr chilligen "Wind Blow" nur einen echten Song, der sich um die alte Liebe Mary Jane dreht. Er ist auf Grund des sehr guten Instrumentals und den gewohnt schnellen Raps der Bones zwar eine echte Bombe, doch mit Klassikern wie z.B. dem "Weed Song" kann er nicht ganz mithalten. Die erste Single "I Tried" mit Akon war sehr erfolgreich. Und das zurecht. Eine sehr geile Ballade, die stark an die große Zeit von Bone Thugs-N-Harmony erinnert und bei der Akon das absolut richtige Feature ist. "Lil Love" das von Jermaine Dupri produziert wurde und das neben Mariah Carey auch noch Bow Wow als Gäste liefert, hat für viel Verstimmung bei den Fans gesorgt. Es ist zwar der schwächste Song des Albums, allerdings finde ich ihn jetzt nicht all zu schlimm. Der Beat von JD ist echt gut, die drei Bones rappen sehr gut und Bow Wow beachtet man auf Grund Mariah's dominanten Refrain eigentlich gar nicht, wobei ich zugeben muss, dass seine Performance überraschend stark geworden ist. Das wohl größte Highlight ist Twista, der bei "C-Town" mit dabei ist. Es ist noch gar nicht so lange her, als die Bones einen heftigen Beef mit Twista hatten, da sie der Meinung waren, er würde ihren schnellen Rapstyle kopieren. Nun ist alles vergessen und sie machen gemeinsame Sache. "C-Town" ist ein sehr lässiger Track, jedoch mit ordentlich Schwung, dazu die Raps der Beteiligten. Ein echter Genuss, der die Abwesenheit von Bizzy schon fast vergessen macht. "Streets" stammt aus den Händen von B.E.P. Frontmann will.i.am. Ich mag seine Musik sonst überhaupt nicht, doch dieser Beat ist ein echtes Brett, das richtig geile Tempowechsel zwischen Strophen und Refrain beinhaltet. Auch Krayzie, Wish und Layzie, rappen wieder verdammt gut, doch The Game, der ebenfalls mit am Start ist, stellt sie mit seiner makellosen Vorstellung etwas in den Schatten. Mein Lieblingstrack von "Strength & Loyalty" ist eindeutig "Candy Paint". Swizz Beatz' Instrumental ist der absolute Hammer. Ein Midtempo-Beat, der durch ordentlich Synthesizer unterstützt wird, noch dazu die souligen Raps von BTNH und der gesungene Hook von Autumn Rowe. Es gibt nichts Besseres. Zum Ende der Platte wird es insgesamt etwas relaxter und lässiger. Doch genau das liebt ein Bone Fan ja. "So Good" mit Layzie's Schützling Felicia ist das Non-Plus-Ultra der Chilligkeit. Ein weicher und souliger Midtempo-Beat, der trotzdem noch viel Drive hat und dazu die so oft angesprochenen genialen Raps von Layzie und Krayzie. Das waren die absolut besten Tracks des Albums, doch so gut wie alle Songs sind echt klasse. Auch die harten "Bump In The Trunk" feat. Swizz Beatz, "9mm" und "Gun Blast" und das wieder etwas ruhigere und ernstere "Never Forget Me" feat. Akon überzeugen auf ganzer Linie und bringen die nötige Abwechslung. Man spürt einfach mit jedem Song, dass das alte Feuer wieder brennt. Um ganz mit Klassikern wie "E.1999 Eternal", "Art Of War" und "BTNHRessurection" mithalten zu können, fehlt jedoch eine wichtige Zutat: Bizzy Bone! Er fehlt einfach total und kann durch die ungewohnt vielen Features nicht kompensiert werden. Ansonsten durchaus gelungen und deutlich stärker als die Vorgänger "Thug World Order" und "Thug Stories". Für jeden Bone Fan ein Muss, doch auch andere könnten mit Sicherheit gefallen daran finden.