Kurzbeschreibung
Öffentliche Streitkultur als konstitutives Merkmal der demokratischen westlichen Gesellschaften ist keineswegs eine moderne Entwicklung, sondern beruht auf Traditionslinien, die bis in die Antike zurückreichen. Die aus zwei Symposien der interdisziplinären Bonner Forschergruppe "Traditionen okzidentaler Streitkultur" stammenden Beiträge des vorliegenden Bandes nähern sich der Streitkultur sowie ihren jeweiligen Grenzen aus historischer, sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlicher, soziologischer, philosophischer und rechtshistorischer Perspektive. Die Streitphänomene, die das gesellschaftlich und kulturell relevante Themenfeld von politischen Formierungsprozessen über weltanschauliche Identitätsbildung bis zu den formal-ästhetisch künstlerischen Dimensionen des Streitens abdecken, zeigen exemplarisch, dass nur Streit, der Kultur hat, auch Kultur schafft. Prof. Dr. Uwe Baumann forscht u. a. zu Literatur- und Kulturtheorie, Englischem Humanismus und zum Drama der Englischen Renaissance. Arnold Becker, Abteilung Mittel- und Neulateinische Philologie der Universität Bonn, forscht u. a. zu Deutschem Humanismus und Dialogliteratur. Dr. Astrid Steiner-Weber forscht v. a. zu Beziehungen zwischen griechischer und lateinischer Sprache und Literatur im Mittelalter und im Renaissance-Humanismus.