Würde der Mensch wie der (mänliche) Orang-Utan allein durch die Wälder streifen, bräuchte er keine Uebung in Konfliktkultur. Weil wir Menschen aber soziale Wesen sind, die ständig kommunizieren wollen und müssen, sind Konflikte und Streitereien unvermeidlich - in Beziehungen und Familien, am Arbeitsplatz, im Freundeskreis.
An der Existenz von Konflikten können wir nichts ändern, wohl aber am Umgang damit. Aus eigener Erfahrung wie aus der Beobachtung anderer wissen wir, dass es unterschiedliche Arten gibt, mit Konflikten umzugehen: Es gibt die destruktive Art, bei der alle verlieren und Reibungsverluste dominieren, und es gibt konstruktive Prozesse und Lösungen, aus denen für alle Beteiligten mehrheitlich Reibungsgewinne resultieren.
Jeder halbwegs vernünftige Mensch strebt natürlich nach der zweiten Art des Umgangs mit Konflikten. Die Frage ist nur: wie ? Das Buch "Streiten will gelernt sein" von Simone Pöhlmann und Angela Roethe verkündet die frohe Botschaft: Faire Kommunkation lässt sich lernen. Und gibt mit seiner klaren Sprache, seinen anschaulichen Beispielen und leicht nachvollziehbaren Uebungen gleich reichlich Material dafür.
Der Aufwand lohnt sich, denn was die Autorinnen im Vorwort schreiben, ist einfach wahr: "Die Bedeutung von Konflikt-Kompetez ist innerhalb weniger Jahre sowohl als spezielle Fertigkeit wie als innere Haltung immens gewachsen. Aus dem früheren Luxusartikel ist etwas geworden, was im Beruf und im privaten Bereich überlebensnotwendig ist."
Deshalb gehört dieses Buch in das Ueberlebensgepäck aller wachen Zeitgenossinen und Zeitgenossen.