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Streifzüge durch das Abendland: Europa für Anfänger und Fortgeschrittene
 
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Streifzüge durch das Abendland: Europa für Anfänger und Fortgeschrittene [Taschenbuch]

Bill Bryson , Claudia Holzförster
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (48 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Sehr komisch. (Nicht kicher-kicher komisch, sondern vor-lauter-Lachen-den Bauch-halten-bis-man-Tränen in den Augen-hat komisch)." (Daily Telegraph )

"Bill Bryson ist der witzigste Reiseschriftsteller auf Erden!" (The Times )

"Bill Bryson ist ein Naturwunder!" (Sunday Times )

Kurzbeschreibung

In diesem 1988 veröffentlichten Buch beschreibt Bill Bryson rückblickend seine Reisen durch Europa als 20jähriger Rucksacktourist. Seine Reise beginnt in der nördlichsten Stadt des Kontinents Hammerfest und endet an der Nordspitze Asiens, in Istanbul. Auf seiner Reise quer durch den europäischen Kontinent stoppt er in Städten wie Oslo, Paris, Brüssel, Aachen, Köln, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Stockholm, Rom, Neapel, Florenz und Mailand. Auch der Schweiz, Österreich, Jugoslawien und der Türkei stattet er einen Besuch ab. Er besucht sogar das Fürstentum Liechtenstein. Mit seinen Sprachkenntnissen, die rein auf Englisch basieren, begegnet er allen Situationen gelassen. Ob er den selbstmörderischen Pariser Motorradfahrern mutig trotzt, sich von Zigeunern ausrauben läßt, der Versuchung widersteht in Deutschland in einem Restaurant Eingeweide und Tieraugen zu bestellen, durch die Sexläden der Reeperbahn bummelt oder sich auf eine Diskussion über seine Hotelrechnung in Kopenhagen einläßt, Bryson sieht sich alle Sehenswürdigkeiten an, seziert mit scharfem Blick die jeweilige Kultur und durchleuchtet jeden Platz und jede Person mit seinen überaus witzigen und sarkastischen Bemerkungen.

Klappentext

"Sehr komisch. (Nicht kicher-kicher komisch, sondern vor-lauter-Lachen-den Bauch-halten-bis-man-Tränen in den Augen-hat komisch)."
Daily Telegraph

"Bill Bryson ist der witzigste Reiseschriftsteller auf Erden!"
The Times

"Bill Bryson ist ein Naturwunder!"
Sunday Times

Über den Autor

Bill Bryson wurde 1951 in Des Moines, Iowa, geboren. 1977 zog er nach Großbritannien und schrieb dort mehrere Jahre u. a. für die "Times" und den "Independent". Mit seinem Englandbuch "Reif für die Insel" gelang Bryson der Durchbruch, und heute ist er in England der erfolgreichste Sachbuchautor der Gegenwart. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt, stürmen stets die internationalen Bestsellerlisten. 1996 kehrte Bill Bryson mit seiner Familie in die USA zurück, wo es ihn jedoch nicht lange hielt. Er war erneut "Reif für die Insel", wo er heute wieder lebt.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Im Winter liegt Hammerfest eine dreißigstündige Busfahrt von Oslo entfernt. Nun stellt man sich natürlich die Frage, warum es im Winter überhaupt jemanden dorthin zieht. Hammerfest ist die nördlichste Stadt Europas und liegt am Rande der Welt, ist so weit von London entfernt, wie London von Tunis, und ein Ort dunkler und brutaler Winter, wo die Sonne im November im Nordpolarmeer versinkt und sich zehn Wochen lang nicht mehr blicken läßt.
Ich wollte das Nordlicht sehen. Außerdem hatte ich schon lange den unbestimmten Wunsch, zu erfahren, wie die Leute in einer so entlegenen und ungastlichen Gegend leben. Zuhause in England, vor einem Glas Whisky und einem Stapel Landkarten, schien dies eine vortreffliche Idee zu sein. Doch als ich mir nun den Weg durch den grauen, spätdezemberlichen Schneematsch von Oslo bahnte, kamen mir die ersten Zweifel.
Der Tag hatte nicht gut angefangen. Ich hatte im Hotel das Frühstück verschlafen und mußte mich in Windeseile in meine Klamotten stürzen. Ich konnte kein Taxi finden, so daß ich meine haarsträubend übergewichtige Tasche acht Häuserblocks durch den Matsch zum Busbahnhof schleppen mußte. Dann hatte ich große Schwierigkeiten, die Angestellten der Kreditkassenbank an der Karl Johans Gate dazu zu bringen, mir genügend Reiseschecks einzulösen, damit ich den Fahrpreis von sage und schreibe 1200 Kronen bezahlen konnte - sie wollten einfach nicht begreifen, daß es sich bei dem William McGuire Bryson in meinem Paß und dem Bill Bryson auf meinen Reiseschecks um ein und dieselbe Person, nämlich um mich, handelte -, und nun kam ich zwei Minuten vor der Abfahrt des Busses am Bahnhof an, atemlos und schwitzend von der endlosen Mühsal, die mein Schicksal ist, und das Fräulein am Fahrkartenschalter teilte mir mit, daß für mich keine Reservierung vorläge.
»Das ist alles nur ein böser Traum«, sagte ich. »Ich bin noch zu Hause in England und genieße Weihnachten. Reichst du mir den Portwein, Schatz?« Tatsächlich sagte ich: »Da muß ein Fehler vorliegen. Sehen Sie bitte noch einmal nach.«
Sie studierte die Passagierliste. »Nein, Mr. Bryson, Ihr Name ist nicht dabei.«
Aber ich konnte ihn doch sehen, sogar verkehrt herum. »Da steht er doch, der zweite von unten.«
»Nein«, entschied das Mädchen, »da steht Bernt Bjørnson. Das ist ein norwegischer Name.«
»Da steht nicht Bernt Bjørnson. Da steht Bill Bryson. Sehen Sie sich doch die Schleife am y an und die beiden l's. Fräulein, bitte.« Aber sie wollte es nicht begreifen.
»Wenn ich diesen Bus verpasse, wann fährt der nächste?«
»Nächste Woche um dieselbe Zeit.«
Na, fabelhaft.
»Fräulein, glauben Sie mir, da steht Bill Bryson.«
»Nein, das steht da nicht.«
»Hören Sie, ich komme aus England. Ich bringe ein Medikament, das einem Kind das Leben retten kann.« Das kaufte sie mir nicht ab. »Ich möchte mit dem Abteilungsleiter sprechen.«
»Der ist in Stavanger.«
»Mein liebes Fräulein, ich habe telefonisch reserviert. Wenn dieser Bus ohne mich abfährt, werde ich Ihrem Abteilungsleiter einen Brief schreiben, der für den Rest dieses Jahrhunderts einen Schatten auf Ihre berufliche Laufbahn werfen wird.« Davon ließ sie sich offensichtlich nicht beeindrucken. Dann kam mir eine Idee. »Wenn dieser Bernt Bjørnson nicht auftaucht, bekomme ich dann seinen Platz?«
»Sicher.«
Warum komme ich nicht gleich auf so was und erspare mir den ganzen Ärger? »Danke«, sagte ich und zerrte meine Tasche nach draußen.

Dort wartete ein großer Doppeldeckerbus, ähnlich einem amerikanischen Greyhound, doch nur die vordere Hälfte des oberen Teils war mit Sitzplätzen und Fenstern ausgestattet. Der Rest lag hinter einer Aluminiumwand verborgen, die sich wie der Einband eines billigen Sciencefiction-Romans mit dem psychedelischen Bildnis einer intergalaktischen Landschaft schmückte. Auf dem Schweif eines Kometen prangten die Worte Express 2000. Für einen schwindelerregenden Augenblick glaubte ich, der fensterlose hintere Teil beherberge eine Art Schlafsaal, in den uns zur Schlafenszeit eine Stewardeß geleiten würde, um uns aufzufordern, es uns dort bequem zu machen. Ich war bereit, jeden Betrag für diese Annehmlichkeit zu zahlen. Aber ich hatte mich geirrt. Der hintere Teil und der gesamte Bereich unter uns war mit Frachtgut gefüllt. Der Expreß 2000 war nichts anderes als ein Lkw mit ein paar Fahrgästen.
Auf die Minute um 12.00 Uhr mittags fuhren wir ab. Mir wurde schnell klar, daß alles an diesem Bus der Unbequemlichkeit diente. Ich saß neben der Heizung, so daß mein linkes Bein so heiß wurde, daß ich hören konnte, wie die Haare darauf verbrutzelten, während meine oberen Extremitäten der kalten Zugluft ausgesetzt waren. Die Sitze hatte ein Zwerg entworfen, der sich an seinen ausgewachsenen Mitmenschen rächen wollte; eine andere Erklärung konnte es dafür nicht geben. Der junge Mann vor mir kurbelte seinen Sitz so weit zurück, daß sein Kopf fast in meinem Schoß lag. Er las ein Comic-Heft mit dem Titel Tommy og Tigern und hatte ein Gesicht, bei dessen Anblick man begreift, daß Gott Sinn für Humor haben muß. Die Rückenlehne meines eigenen Sitzes stand in einem Winkel, der sofortige und anhaltende Nackenbeschwerden verursachte. An der Seite befand sich ein Hebel, mit dessen Hilfe man sie vermutlich in eine angenehmere Position hätte bringen können, doch wußte ich aus eigener Erfahrung, daß die Lehne zurückgeschnellt wäre und die Kniescheiben der süßen, alten Dame hinter mir zerschmettert hätte, sobald ich ihn auch nur berühren würde. Also ließ ich die Finger davon. Die Frau neben mir, unverkennbar eine Veteranin dieser Art von Polarexpeditionen, packte Unmengen von Zeitschriften, Papiertüchern, Halspastillen, Salben und Bonbons in die Tasche am Sitz vor ihr, rollte sich dann in eine Decke ein und schlief so gut wie ununterbrochen während der ganzen Fahrt.
Wir ließen die sich mehr und mehr ausdehnenden Vororte von Oslo hinter uns und holperten durch das verschneite Zwielicht ins offene Land. In der endlosen Dämmerung wirkten die vereinzelten Dörfer und Bauernhäuser gepflegt und wohlhabend. In den Fenstern jedes Hauses brannten weihnachtliche Lichter. Bald sank ich in diesen nicht unangenehmen Zustand der Geistesträgheit, der mich bei langen Reisen meistens überkommt, und mein Kopf baumelte über meinen Schultern, wie bei jemandem, der die Kontrolle über seine Nackenmuskeln verloren hat und sich daraus überhaupt nichts macht.
Meine Reise hatte begonnen. Ich würde Europa wiedersehen.
Zum ersten Mal kam ich 1972 nach Europa - schmächtig, schüchtern und allein. Damals gingen die einzigen Billigflüge von New York nach Luxemburg, mit Zwischenstop auf dem Keflavik Airport von Reykjavik. Die Flugzeuge hatten ihre besten Jahre längst hinter sich. Gelegentlich fielen Sauerstoffmasken ungebeten aus ihren Fächern über unseren Köpfen und hingen dort, bis eine Stewardeß mit einem Hammer und einer Handvoll Nägel zwischen den Zähnen erschien, um den Fehler zu beheben. Und die Toilettentür sprang auf, wenn man nicht von innen seinen Fuß dagegen stemmte, was alles, was man ansonsten dort zu tun beabsichtigte, zu einer echten Herausforderung werden ließ. Vor allen Dingen waren die Maschinen fürchterlich langsam. Es dauerte anderthalb Wochen, um nach Keflavik zu kommen, einem kleinen, grauen Flughafen in der Mitte eines flachen, grauen Nirgendwo, und weitere anderthalb Wochen, bis man endlich Luxemburg erreicht hatte.
Mit Ausnahme der Crew und zweier leitender Angestellter irgendeiner Heringsfabrik in der ersten Klasse waren ausschließlich Hippies an Bord. Es war, als befände man sich in einem Greyhound Bus auf dem Weg zu einem Folkfestival. Ständig holten Leute Gitarren oder Mandolinen oder Weinflaschen der Marke Thunderbird hervor und knüpften Kontakt zu ihren Nachbarinnen, der zweifellos zu jeder Menge dynamischem Sex an den verschiedensten mediterranen Stränden führen würde.
Die langen, aufregenden Wochen vor dem Abflug habe ich, wie...
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