Aus der Amazon.de-Redaktion
Herrliche italienische Landschaften, in denen schöne Damen mit großen Hüten für ihre Herren in cremefarbenen Anzügen das Picknick bereiten: Wem diese Szenen aus dem Gefühlskino jetzt vor Augen stehen, der ist auch mit Donizetti und Humperndinck bestens bekannt. Gaetano Donizettis
Streichquartett A-Dur bietet klare, behende Melodien für die klassische Besetzung. Der grenzenlose Ideenreichtum des gerade 20-Jährigen erprobt sich weniger an den Harmonien als am atemberaubenden rhythmischen Tempo. Gerade umgekehrt agiert Engelbert Humperndinck, ein "klassischer Romantiker", dessen sprunghafte Lebendigkeit an die Leichtfüßigkeit Mozarts erinnert. Mutig lässt er das Cello in der Tiefe brummen und die Violinen gleichzeitig hoch zirpen. Man kann hören, mit welchem Genuss sich Michel Tounus und Gérard Jarry in diese ausgeklügelten Spielerein stürzen.
Tragischer und ernster geht bei Charles Gounod zu. In seinem Spätwerk bricht er noch einmal mit der Technik des Faust, um mit expressivem Kontrapunkt und trockener Dramatik erneut sein Genie zu beweisen. Der zweite Satz Con sordini erinnert mit gefühlsbetonter Melodik an das Liedgut von Rimsky-Korsakow, das Finaleim vierten Satz dagegen würde Brahms gut stehen. E.T.A. Hoffmanns Klaviertrio in E wirkt, wenn es auch stilistisch passt, auf Grund des dominanten Klavierparts dem Konzept der CD etwas angehängt. Nur im vierten Satz Allegro vivace, in dem alle Beteiligten spielerisch ihr instrumentales Können aneinander erproben, wird der Bogen zum Zauber des Streichquartetts geschlagen. Gleich möchte man wieder in die vorangegangenen Stücke hineinhören. --Sabine Stoessel