der >gramophone award<, englands respektabelster musik-preis für die beste kammer-
musik-einspielung 2011, ging diesmal an das noch junge pavel-haas-quartet für deren neue
einspielung der beiden späten dvorak-streichquartette, das bekanntere >amerikanische<
op. 96 und das nachfolgende >tchechische< op. 106.
gleichwohl, wie ich meine, hätten diese prager musiker diesen preis auch für ihre fulminante
frühere einspielung der quartette ihrer landsleute leos janacek und namensgeber
pavel haas, zwei tolle quartettaufnahmen, zuvor verdient.
jedoch, dvorak mit seinem folkloristischen tonfall: dumka, polka, furiant, ist natürlich viel
harmonisch-verbindlicher mit rhythmen und themen musikantischer schönheit, die schlicht-
weg bezaubern können, als der viel sprödere, neutönerische, dennoch expressiv-überwälti-
gende janacek.
Streichquartette 1 & 2/Sonate für 2 Violinen"Intimate Letters"/Str.Quar.2die sublimierte form des musikantischen trifft dvorak ja vor allem in seinem wie der >neuen-
welt-sinfonie< berühmten >amerikanischen< quartett, inspiriert aus der begegnung mit der
ur-amerikanischen musik der indios und schwarzen und kondensiert in seinen eigenen aus
der böhmisch-deutschen (brahms) heimat tradierten tonfall.
die pavel-haas-musiker spielen das so musikalisch versiert und souverän in der tradition der
grossen tchechischen kammermusik-ensembles zuvor und so "amerikanisch" wie die sehr
berühmte, erstrangige aufnahme der >juilliards< aus den 60ern.
Streichquartett 12 / Klavierquartett Op. 81und heute: das pavel-haas-quartet auf supraphon in höchster qualität.