Mutig? In jedem Fall. Die Zahl der Interessierten an einer solchen Musik wird nicht gerade grösser. Kammermusikreihen werden überall eingestellt- zu wenig Publikum. Und dann die Beethovenquartette. Artemis konkurriert ja nicht mit Amadeus, sondern mit eigentlich allen Quartetten, vor allen Alban Berg oder Emerson.
"Wenn man dann das Artemis Quartett hört, mit welcher Lust und Akribie, mit welchem Sinn für strukturelle Durchsichtigkeit die vier Musiker ans Werk gehen, dann wird man mit dieser CD sehr glücklich." meint eine neuere Kritik und weiter:"Dass Natalia Prischepenko und Gregor Sigl, die beiden Geiger, der Bratschist Friedemann Weigle und der Cellist Eckart Runge vier Musiker sind, die - ganz im Geiste Beethovens - Suchende sind, hört man in jeder Note, die sie spielen. Das atmet eine Frische und Neugier, immer etwas zu entdecken, etwas anders zu sehen oder zu erproben. Es ist einfach faszinierend, dem Artemis Quartett zuzuhören und Beethoven wäre vermutlich mehr als zufrieden gewesen."
Beethoven, Neu ? ich finde es etwas übertrieben. Das Alban Berg Quartett und die Emerson haben so hohe Maßstäbe, auch an moderner Interpretation gesetzt, dass sie schwer zu toppen sind.
Deswegen sind alle neuen Aufnahmen dieser Quartette immer mit dem Risiko behaftet, doch letztlich nicht etwas Neues zu präsentieren.
Dies ist eine schöne Aufnahme, nicht weniger, aber auch nicht mehr.