Die Gattungsbeiträge zum Streichquartett von Robert Schumann sind spärlich gesät. Innert op. 41 veröffentlichte er seine einzigen drei Quartette. Schade eigentlich, denn insbesondere mit seinem dritten Quartett hat er bewiesen, dass er durchaus dazu imstande war, gewaltige Repertoirestücke zu liefern.
Das erste Oeuvre steht in Schumanns Lieblingstonart, dem pathetischen a moll. Nach einer ausdrucksstarken Einleitung eröffnet das Stück voller Leben und Schwung. Es schließt sich ein rauhes Scherzo an, das in ein tiefes Adagio mündet. In demselben leider findet der Komponist nur selten eindrucksvolle Melodien, so dass dieser Satz häufig zu versanden scheint. Im feurigen Kehraus knüpft Schumann wieder an die recht ausgelassene Stimmung des Eingangssatzes an.
Sein zweites Streichquartett setzte der deutsche Komponist ins pastorale F Dur und tatsächlich haftet diesem Werk etwas ländlich Idyllisches an. Ein liebliches Allegro erschließt dieses Werk, das für einen Kopfsatz in meinen Augen etwas zu leichtgewichtig ist. Schumann verzichtet auf einen wirklich langsamen Satz und legt stattdessen einen umfangreichen Variationssatz an, der nicht wirklich überzeugt. Erst im Scherzo und im rondoartigen Finale weiß Schumann zu überzeugen und beendet das Werk ordentlich.
Das beste Quartett des Tonsetzers ist aber sein drittes in A Dur. Nach einer intensiven Introduktion folgt ein schroffes, schwer zugängliches Allegro, dessen Vorbild klar Beethoven ist. In gewisser Weise erinnert es an die Eingangssätze des letzten Schubert Quartetts oder des Streichquintetts desselben. Anstelle eines Scherzos setzt Schumann einen hochinteressanten Variationssatz ohne wirkliches Thema, an dem vor allem der langsame Mittelteil berauscht. Auch das folgenden Adagio ist ein kammermusikalisches Glanzstück Schumanns. Erst im Finale löst sich die gesamte Anspannung auf, die der Komponist in den vorigen Sätzen aufgebaut hat, in ein fröhliches Feuerwerk.
Das Fine Arts Quartet spielt diese Stücke seriös, empfunden und virtuos. Der frühromantische Charme dieser Quartette geht durch die hervorragende Aufnahme dieses zu Unrecht recht unbekannten Quartetts und die perfekte Tonqualität in keiner Weise verloren. Man spielt die Werke, wie sie sind: romantische Werke voller Pathos, Leidenschaft und Intimität.