Die Mendelssohn-Streichquartette besaß ich bislang gespielt vom Melos-Quartett. Dieses spielt aber doch häufig sehr karajanesk, oft offensichtlich nur auf Schönklang ausgerichtet (vgl. etwa seine Mozart-Aufnahmen und sein Beethoven-Zyklus). Da ich von den Beethoven-Aufnahmen des EMERSON-Quartetts, ihrer Ausdrucksvielfalt und -betontheit total begeistert bin, entschloss ich mich zum Kauf des Mendelssohn-Zyklus mit den Emersons - und wurde nicht enttäuscht. Highlights unter den Mendelssohn-Quartetten sind natürlich die Quartette Op. 12 und 13 mit ihrer Orientierung am späten Beethoven sowie das f-Moll-Quartett Op. 80 mit seiner außerordentlichen autobiographischen Düsterkeit. Aber das Emerson-Quartett zeigt uns, dass auch die "leichtgewichtigeren" Werke des Op. 44 keineswegs nur melos-quartetthaft-karianesk klingen müssen. Gerade die Werke in Es-Dur und D-Dug werden in dieser Aufnahme förmlich zur Entdeckung! Meisterhaft auch die Aufnahme des Oktetts. Einziger Wermutstropfen: So, gespielt nur von den vier Emersons, wird man das Oktett nie "live" erleben können...