Man braucht anfänglich ein klein wenig Zeit, um sich in der Parallelwelt des Protagonisten Burke, eines harten Berufsverbrechers mit Herz und seiner eigenen Art von Gerechtigkeitssinn, und seiner buntschillernden Kumpels zurechtzufinden. Aber dann, wenn man sich darauf eingestellt hat, zieht es einen wirklich immer mehr in den Bann. Das ist bei Vachss erstem Roman aus der Burke-Reihe, "Kata", genauso gewesen. Die Burke-Romane sind völlig anders, als die vielen üblichen Krimis und Thriller auf dem Markt. Burke, der schon mehrfach im Gefängnis gesessen hat, hat sich von der Welt und dem normalen Leben der Bürger fast völlig abgekapselt. Er ist in jeder kleinsten seiner Handlungen extrem vorsichtig und beinahe schon paranoid misstrauisch. Darauf bedacht, nicht die geringste Spur zu hinterlassen, die jemanden in seine Zurückgezogenheit und seine Identität eindringen lassen könnte. Es ist der pure Überlebenswille in einer gefährlichen Welt, in der er zu Hause ist. Er hat auch allen Grund zur Vorsicht, denn er bestreitet seinen Lebensunterhalt fast ausschließlich auf kriminelle Weise, wodurch er permanent vor Polizei, geschröpften Schwachköpfen und anderen Ganoven auf der Hut sein muss. Ab und zu übernimmt er Aufträge wie ein Privatdedektiv, aber er hat natürlich aufgrund seiner Vergangenheit keine Lizenz.
Selbst nur in Heimen aufgewachsen und in seiner Seele geschädigt, schreckt er bei Notwenigkeit und inbesondere bei seinen Kreuzzügen gegen pädophile Verbrecher vor Gewalt bis hin zu Mord nicht zurück. Wer glaubt, dass für diese Handlungen aus politischer Korrektheit auch eine Art von Sühne folgen muss, wartet darauf vergeblich. Die Leute, die soetwas erwarten und für die nur dann ein Buch gut ist, wenn am Ende der Geschichte kriminelle Handlungen grundsätzlich - wie auch immer - geahndet werden müssen, dürften an diesen Büchern wahrscheinlich wenig Gefallen finden.
Ich habe bisher die beiden ersten Bücher der Burke-Reihe, "Kata" und "Strega" gelesen. Sie sind auf jeden Fall beide empfehlenswert für Leute, die bereit sind, sich auch mal mit einer ganz anderen Art von Büchern zu beschäftigen. Es macht auch Sinn, die Reihenfolge der Bücher zu beachten. Ich vergebe gut und gerne vier Sterne für "Strega" als auch für "Kata".