Nach dem ersten Erfolg mit ,Piano Man' und den damit verbundenen Erfahrungen mit den Mühlen des Showbusiness musste ein schnelles zweites Album her. ,Streetlife Serenade' wirkt denn auch so, als ob Joel weder Lust hatte, noch bereit dazu war, nicht einmal ein Jahr später ein weiteres Album vorzulegen.
Die songs wirken sowohl musikalisch, als auch thematisch entweder uninspiriert, oder so als ob er sich den Frust von der Seele schreiben würde.
Eher banale Alltagssituationen werden hier beschrieben, bei denen er textlich nur selten auf den Punkt kommt. Daher ist es auch kein Wunder, das sich hier gleich zwei Instrumentals finden - die allerdings sind sehr gut. ,The Mexican Connection' verwendete er danach jahrelang als Intro zu seinen Konzerten - wozu es sich auch hervorragend, quasi als 'Overture', eignet - und der ,Root Beer Rag' ist fantastisch und rasend schnell gespielt und sehr unterhaltsam.
Insgesamt klingt er hier aber ziemlich ausgepowert. Einzig der ,Weekend Song' klingt druckvoll und rockig, auch von den vocals her und auch ,Los Angelenos' rockt noch ganz gut. ,The Entertainer' ist dann eine große zynisch und verbitterte Abrechnung mit dem Musikbusiness. Die Arrangements klingen hier aber oft eigenartig hohl und die Verwendung des Moog ist irgendwie zu einfallslos und brav ausgefallen. Seinen eigenen Sound sollte er dann erst auf dem Nachfolgealbum finden.
3 Sterne, mehr sind hier nicht drinnen, da man es dem Album zu sehr anmerkt, dass er es auf Druck der Plattenfirma machen musste und nicht weil er es wollte, oder weil die songs aus ihm heraus mussten.