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Das Titelstück soll Reeds beste literarische Textarbeit (außer "Heroin") sein. Den Sinn des Pseudo-Dramas verstehe ich allerdings nicht ganz. Gegen Frauen (wie viele von Reed), der (auch nicht neu) mit der Überdosis eines Mädchens endet, deren Körper am Schluß auf dem Müll landet. Noch intellektueller soll dies durch die Präsenz von Bruce Springsteen werden, der ein paar Sätze dazumurmelt. Die sogenannte "befreiende" Wirkung der Geschichte ("Happy End") sehe ich nicht, eher ein düsterer emotionsloser Essay. Vielleicht ein gutes Seelenfoto des Lou Reed 1978, daß sich "Sally Can't dance"-Thematiken ähnelt. Erst zwei Jahre später mit der Heirat (Sylvia) änderte der Künstler sein Image, wurde aber auch langweiliger. Ein Marquise de Sade z.B. kann nur schwer Abenteuerromane oder Liebesgedichte von Format verfassen, er bleibt besser seinem Schema treu.
Mir gefällt am ganzen Album die Stimmlage von Lou nicht. Sie klingt irgendwie penetrant und gekünstelt, als wolle er sich selbst parodieren. Die kürzeren Stücke -z.T. live - sind Experimente der Kunstkopf-Technik, klingen aber wie zweite Wahl.
Einzig toller Track ist "Dirt", eine monotone Gitarre liefert den Soundtrack zu einer zynischen Abrechnung mit seinem Ex-Manager. Hier gefällt mir die Stimmlage, sie wurde auch schon zwei Jahre vorher zu den Sessions zu Coney Island Baby aufgenommen.
Wem das Titelstück gefällt, sollte das Werk schon allein deswegen kaufen. Mir gefällte (das unterbewertete) "Sally Can't Dance" mit seiner ähnlichen Thematik viel besser, es ist zugänglicher in den Arrangements.
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