Heissa, was war das denn? Ach ja, die zweite Videospielverfilmung unter dem Godfather of Prügel, Street Fighter 2. Legte der erste "Knaller noch sein Hauptaugenmerk auf Col. Guile, sollen wir diesmal ein wenig mehr über die Frau mit den Blitzkicks erfahren: Chun Li.
In der Vorlage eine chinesische (!) taffe, emanzipierte Polizistin, die das Haus eigentlich nie ohne ihr semitraditionelles Kampfkostüm und Prinzessin-Leia-Gedächtnis-Zopfschnecken verlässt.
Im Film...tjaaa...ein verzogenes reiches Gör mit Dienerschaft, Klavierunterricht und sowieso allem was das Wannabe-Prinzessinnenherz begehrt.
Geht ja gut los.
Zur Story:
Die ist natürlich herrlichster Kappes.
Bis auf zwei Ausnahmen ist keiner mehr das, was er in der Vorlage war. Angefangen bei CL selbst (siehe oben), über Bison, der hier ein blonder, bärtiger Immobilienhai ist, der für ein bisl Land über viiiiele Leichen geht. Weiter mit Charlie, der hier in Nash als selten dämlicher Interpolsupercop auftaucht, bis zu Gen, der vom uralten Killerzausel zum middle-aged Wu Shu Master wird. Und der kann dann auch noch einen Energieball (sieht aus wie ein, auf das Zelluloid draufkopierte Mediaplayer-Audiovisualisierung) beherrscht, den er CL natürlich in einer schwuppigen Trainingsmontage lehrt.
Die Schauspieler:
Argh...
Christine Kreuk als unsere Hauptheldin ist bös kaka. Sie sieht aus, als hätte sie sich vor Ort (es wurde on Location in Bangkog gedreht) die ein oder andere schwere Krankheit eingefangen und nicht wirklich auskuriert. Ihr mimisches Talent schwankt zwischen "Nicht ausmachbar" über "dilletantisch" bis "auslachwürdig". In den raren Kampfszenen wird sie ganz nett in Szene gesetzt bzw. gedoublet. Außerdem looked sie alles andere als asiatisch!
Neal McDonough mimt den völlig in die Binsen gegangenen Bison und wirkt wie sein abgedrehter Psychopathencharakter bei den Desperate Housewifes, der sich irgendwie im Set geirrt hat.
Michael Clarke Duncan wird hier in einer zwar dummheitenfreien aber kaum ausschlaggebenden Nebenrolle als Balrog verheizt.
Chris Klein...oweia...Chris Klein ist ein, nein, ist KEIN Schauspieler! Ich weiß nicht genau, was er ist, aber definitiv kein Schauspieler. Der kann es nicht mal glaubwürdig rüberbringen, vor Schreck ein Whiskyglas fallen zu lassen (nicht ausgedacht, sondern eine Szene aus dem Film!).
Als kleiner Shocker kam mir die Demaskierung Vegas. Ich dachte nur..."Mensch, der sieht ja aus, wie der komische langhaarige Rapper von den Black Eyed Peas"...Guck mal einer Schau, der sah nicht nur so aus. Hier gibt sich "Taboo" die Ehre, kurz für den Schocking Moment der Maskenverlustierung einzuspringen und sich den Rest der Zeit schön doublen zu lassen...behaupte ich mal.
Lustiger Fakt am Rande: Schauspielerin MOON BLOODGOOD (Detective Maya, die am Fall Bison arbeitet) heißt wirklich so! Musste ich lachen.
Die Technik:
Eigentlich nicht viel zu meckern. Glasklares Bild, kräftige Farben, schöne Kontraste, Super Sound, auch wenn mir der komische Rap-Titelsong (wahrscheinlich von Tattoo) nicht unbedingt die Hose aufmacht.
Die Kamera ist routiniert und in den Actionszenen schön unwackelig, soll heißen, man kann den Kämpfen gut folgen, auch wenn sie nicht unbedingt das Spannendste sind und zum Schluss hin immer hilariöser werden.
Was amerikanische Produktionen aus dem Mittelfeld wohl immer noch nicht hinkriegen, ist und bleibt die Wire Fu Action, also alles, was über "normales" Kämpfen hinausgeht sieht weiterhin einfach zu unecht aus und lässt die Protagonisten in den einzelnen Fällen schön lustig durch die Gegend baumeln.
Wo der Streifen wirklich ordentlich versagt, sind die CGI-Effekte. Der Energieball sieht in seiner finalen Anwendung einfach nur bescheuert aus. DAS kriegen Amateure mit Freeware erwiesenermaßen zuhause besser hin. Ein zwei mal werden auch andere Dinge lieber durch den PC dargestellt, als den Schauspielern/Stuntleuten unnötige Gefahren anheim zu bringen. Und das sieht man dann auch ziemlich gut.
Schlussendlich ist es eine echt vertrackte Sache: Einerseits will man dem Film für seine grottige Schlechtigkeit, seine doofen, nicht schauspielernden Schauspieler, und seinen bastardisierenden Umgang mit der Quelle am liebsten Minussterne auf die Birne dengeln, auf der anderen Seite jedoch, macht es so viel Laune, diesen ganzen gestandenen Semistars beim absoluten Versagen zuzusehen, zwischendurch auch ein zwei Ruppigkeiten zu erleben und den blödsinnigsten Dialogen seit langem zu lauschen, dass das Fingerchen schon über "Volle Punktzahl" schwebt.
Daher gibt es ein nettes Mittelmaß aus zwei Punkten mit einer schweren Empfehlung für Trashfreunde, die es auch mal mit Hochglanz mögen.
Salve