Nur knapp über 30 Minuten lang, nur 4 Tracks, und auch nur Standards, und trotzdem ist dies eine von Grant Greens überzeugendsten Aufnahmen. Allerdings: beim Hinhören nicht die Virtuosität suchen, sondern sich fallen lassen und die Stimmung aufnehmen: "Street of Dreams" will nicht mit technischen Höchstleistungen beeindrucken, sondern hier wird Atmosphäre gemacht, und zwar eine sehr dezente, die beim genaueren Hinhören aber durchaus anspruchsvoll ist.
Als völliger Glücksgriff erweist sich die Besetzung: Green ist kompetent wie immer, aber die wahre Magie kommt von Schlagzeuger Elvin Jones, der ganz gegen sein Image als "Power-Drummer" hier mit selten gehörter Leichtigkeit spielt, als hätte er in John Coltranes Band nie sein Schlagzeug am Boden festschrauben müssen. Dazu der viel zu wenig beachtete Larry Young an der Orgel, der feinsinnige, elegante Läufe spielt, und als i-Tüpfelchen ist noch Bobby Hutcherson mit seinem Vibraphon an Bord, der diesem durchgehend hoch anspruchsvollen Set erst seine entspannte, meditative Stimmung gibt.
Ein grandioses Album, unbedingt empfehlenswert.