R. A. Salvatore gehört mit Ed Greenwood und Elaine Cunninham zu den berühmtesten Autoren der Forgotten Realms Romane. Aller Anfang ist jedoch schwer. Un diese Weisheit trifft ganz besonders für die erste Triologie Salvatores zu. Diese ist nämlich noch von einer Mißkonzeption geprägt: R. A. Salvatore erschuf Drizzt Do'Urden ursprünglich als einen unterstützenden Charakter für den eigentlichen Helden Wulfgar, den Barbaren. In diesem, dem zweiten Buch der Triologie, tritt der Dunkelelf jedoch deutlich in den Vordergrund der Handlung. Er beginnt damit die Hauptrolle einzunehmen.
Auch Salvatores Schilderungen der Geschichte verläuft an manchen Stellen schwerfällig und läßt seine derzeitige Finesse nur erahnen. Desweiteren erinnern einige Handlungsstränge an Tolkiens Meisterwerk: so ist Bruenor in der gleichen Situation wie Gimli, als dieser die Minen von Moria betritt und sein Volk Tod vorfindet. Und sein Tod erinnert an den scheinbaren Tod Gandalfs als auch dieser mit dem Monster in die Tiefe stürzt. Eine eventuelle Ähnlich Alustriels mit Galadriel sei dahingestellt.
Doch abgesehen von diesen peinlich evidenten Parallelen ist das Buch "Streams of Silver" ein Heldenepos ganz im Stile der Vergessenen Reiche. Es ist auch nicht mehr so vorhersagbar wie sein Vorgänger "The Chrystal Shard". Die Gefährten bestehen gemeinsam Abenteuer, sie sind tapfer jedoch nicht unbesiegbar. Es geht um enge Freundschaft, Liebe, Toleranz und Sehnsüchte. Und eines muß man dem Autor anrechnen: Salvatore versteht es den Schurken Artemis Entreri faszinierend kaltblütig agieren zu lassen und man reibt sich schon am Anfang des Buches die Hände in Vorfreude auf das unvermeidliche Zusammentreffen zwischen ihm und Drizzt Do'Urden.
Als Fazit bleibt festzuhalten, daß dieses Buch, obwohl es sich durchaus um Trivialliteratur handelt, unverzichtbar für jeden Anhänger der Forgotten Realms ist.