Dies sagt der erboste Reuß-Greiz-Schleizerische Premierminister Fürst zu Ypsheim-Grindelbach zum Diener Josef des Grafen Zedlau. Warum ? Die Staatsgeschäfte interessieren den Grafen Zedlau schon lange nicht mehr - eher die Wiener Damenwelt in Gestalt der Tänzerin Franziska Cagliari....
Soweit die Operette. Nicht umsonst heisst es "Der Kongress tanzt". Nach den napoleonischen Befreiungskriegen (1812 - 1814/15) kam es zur Neuordnung Europas unter der politischen Führung des Zarenreiches, Großbritanniens, Habsburgs und Hohenzollerns. Die Klein- und Kleinststaaten versuchten ihre Suveränität wieder zu erlangen, - was nur einigen gelang. Luxenburg und Liechtenstein sind bis heute Staatengebilde dieses Kongresses; um nur zwei zu nennen. Auch der Stadtstaat Frankfurt am Main erhielt hier seine Suveränität zurück bis 1866 (ab 1866 preußische Provinzstadt). Der Kongress tanzte wirklich. Damals kursierte der Scherz: Der Zar von Russland liebt für alle, der König von Preußen denkt für alle und der Kaiser von Österreich zahlt für alle. Die Politik machten in Wirklichkeit die Premierminister.
Um das Vergnügen gekoppelt mit der Politik geht es auch in der Operette. Hier verarbeitete Johann Strauß seine schönsten Musikstücke.
Der Kampf um die Sebständigkeit von Reiz-Greiz-Schleiz führt zu einigen lustigen Verwicklungen, auch in moralischer Hinsicht, als die Gräfin Zedlau auftaucht. Alles in allem eine gelungene Verwechslungskommödie und den besten Schauspielern. Klasse! Alle fünf Sterne!