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Strategien der Verdummung: Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft
 
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Strategien der Verdummung: Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft [Broschiert]

Jürgen Wertheimer , Peter V. Zima
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Vorsicht, Sammelband! Wer Grundlegendes zur Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft zu erfahren wünscht, wird möglicherweise enttäuscht sein. Aber wer keine umfassende Darstellung des Phänomens erwartet, sondern mit, wie man früher gesagt hätte, "Aspekten" oder "Vorläufigen Bemerkungen" zufrieden ist, den erwarten erhellende, stellenweise amüsante Lektüren.

Zehn Autoren, zehn Beiträge. Am dichtesten am Thema Strategien der Verdummung die drei Eingangsaufsätze: Peter V. Zima: "Wie man gedacht wird" ('Freilich wird es die Sprache noch eine Weile geben, obwohl sie im Supermarkt kaum noch gebraucht wird'), Martin Doehlemann: "Dumme Sinnsysteme" ('sich vorzustellen, Martin Luther hätte gesagt: Hier stehe ich! Ich kann auch anders. Walte Fortuna. Abracadrabra') und Uwe Wirth: "Diskursive Dummheit" ('Selbst die Nichtinformation tritt mit der Geste der Wichtigkeit auf').

Sonderpreise für die amüsantesten Texte:
Heinz Schlaffer: "Über den Geist der Geisteswissenschaften". Die zuvor in der Rundschau erschienenen Glossen beleuchten den gar nicht so geringen Anteil der Geisteswissenschaften -- jedenfalls so, wie sie im Moment an den Universitäten betrieben werden -- an dem Phänomen Verblödung und Infantilisierung (Rezensent hat zweimal laut gelacht).

Ulrich Schulz-Buschhaus: "Anleitungen zum tadellosen Sprachgebrauch". Für jeden, der schreibt, ist die Lektüre nicht ganz ungefährlich: Lesen Sie den Text vor dem Spiegel, wenn Sie rot werden, wissen Sie: 'Auch meine Sprache ist -- wenigstens mitunter -- vom allgegenwärtigen Unfug infiziert!'

Nun, natürlich: Wer liest so etwas schon! Aber mittlerweile dürften solche Bändchen ohnehin weniger der Aufklärung der Öffentlichkeit dienen, als vielmehr der Selbstvergewisserung jener Profiteure der Bildungsrevolution vor 30 Jahren, die schwer Errungenes nicht kampflos preisgeben mögen. Ein legitimer Zweck. --Michael Winteroll

Wissenschaft-Online

„Dummheit“ ist ein ergiebiges Thema – zumal die Dummheit der Anderen. Ein Vergnügen, sich das Maul über Dumme zu zerreißen. Und Dummheit findet sich überall. Ganze Bücher kann man mit ihr füllen. Warum also nicht gleich ein Buch zum Thema herausgeben? Vielleicht sind Jürgen Wertheimer und Peter V. Zima ähnlichen Gedanken gefolgt, als sie die Texte für „Strategien der Verdummung – Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft“ zusammengestellt haben. Mehr Tiefsinn mag man ihnen nach der Lektüre des Bandes nicht mehr unterstellen. Sind die einzelnen Beiträge teilweise auch sehr lesenswert, der Sammlung fehlt das verbindende Element, das gemeinsame Thema, welches der Titel vorgaukelt. Es handelt sich hier nicht um Texte, die Strategien der – ja vielleicht sogar zur – Verdummung untersuchen. Stattdessen lesen wir in höchst amüsanten Glossen von Heinz Schlaffer von den lächerlichen Ritualen des (geistes-)wissenschaftlichen Universitätsbetrieb. Wolfgang Kemp beschreibt den Handel mit akademischen Titeln in den USA und Europa, und Ottmar Ette liefert eine Rezension der Arbeiten Roland Barthes zur Dummheit und kommt dem „offiziellen“ Thema des Buches damit schon sehr nahe. Hannelore Schlaffers Text, der sich mit der Rolle von Superlativen im öffentlichen Diskurs beschäftigt, behandelt vielleicht sogar eine Strategie der Verdummung: die große (oder kleine) Zahl zur Verschleierung von Bedeutungen. Lehrreich und unterhaltsam mag das alles sein – warum es in einem Sammelband vereint wurde und warum wir es lesen sollten, bleibt unklar. Diese Beliebigkeit muss dem verantwortlichen Lektor beim Verlag C. H. Beck ebenfalls aufgefallen sein. Für die Rückseite des Buches ist ihm kein besserer Text eingefallen, als ein scheinbar willkürliches Zitat aus einem der Beiträge: eine Aufzählung von offensichtlich lächerlichen Talk-Show-Themen einiger Privat-Fernsehsender. Dass diese Aufzählung nichts über die Aufsätze verrät, erscheint nach der Lektüre des gesamten Buches weniger als Versehen denn als Symptom der Konzeptlosigkeit des Projektes. Mit anderen Worten: Nicht kaufen! Rezensent: Jörg Lippert


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wer im Glashaus sitzt... 5. Dezember 2002
Format:Broschiert
Wer es für notwendig hält, die Dummheit von Talkshows mit Themen wie "Ich pinkle nur im Stehen" zu entlarven, oder wer sich ignoranterweise über eine seriöse wissenschaftliche Disziplin wie die Fuzzy Logic lustig macht, der taugt nicht als Kämpfer gegen die Verdummung, auch wenn er sich eines pseudowissenschaftlichen Jargons bedient.

Das Buch ist trotz seines irreführenden und reißerischen Titels nicht nur nicht amüsant, es ist ärgerlich.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erwartung enttäuscht... 26. Dezember 2006
Von RockBrasiliano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Also ich war von dem Buch in zweifacher Hinsicht enttäuscht - zum einen, da ich nach dem Text auf dem Backcover gehend, in diesem Buch eine Art Kritik und Analyse der Medien erwartet hätte, zum anderen weil der Inhalt des Buches auch mit seinem eigentlichen Thema "Kritik am wissenschaftlichen Diskurs" sehr daneben gehauen hat. Die Texte, es sind Essays, mehr oder weniger bekannter Geisteswissenschaftler (die übrigens nicht vorgestellt werden, was in einem Buch, das sich nach seiner Aufmachung eher an eine breitere Öffentlichkeit wendet, wünschenswert ist), die im überwiegend lamoryanten Ton die Situation an heutigen Universitäten beklagen, teilweise findet sich tatsächlich Medienkritik, aber dann nur in abgedroschenster Form, in der Art, dass das Fernsehen für die zunehmende Sprachlosigkeit in der Gesellschaft, die hier unterstellt wird (so bei P. Zima) verantwortlich sei. Hier werden Allgemeinplätze als bewiesene Realitäten hingestellt und kaum hinterfragt oder durch Gegentheorien auf die Probe gestellt - der Grundtenor ist, dass die Gesellschaft auf einen geistigen Abgrund zusteuert, wie dieser dann aber aussieht und was man unternehmen könnte? Fehlanzeige. Schon das Vorwort hätte eigentlich misstrauisch machen müssen, in reißerischem Ton wird gegen "Gaga-Grandprix" und "Maschendrahtzaunkult" gewettert, während sich einige wenige Intellektuelle, die Autoren des Buches nämlich, gegen die allgemeine geistige Verflachung verwahren können. Das ganze wirkt schon stark polemisierend und auch ein bißchen anmaßend. Ein weiterer fast lustiger Punkt in dem Buch war ein bestimmter Text, wo es gegen die Verwendung von Anglizismen anhand der Mottenkiste von airline statt Fluggesellschaft etc. geht, dass der Autor selbst reichlich Anglizismen in seinem Text verwendet (wahrscheinlich um international diskursfähig zu bleiben).
Insgesamt jammernder Tonfall von enttäuschten alten Professoren, insbesondere Heinz Schlaffer mit seinen "akademischen Glossen". Martin Doehlmann macht sich über Auffassungen einer, wie auch immer gearteten,"Esoterikszene" lustig - das ist einfach. Jürgen Wertheimer hat mich übrigens am meisten geärgert - Im Text zum infantilen Menschenpark versucht er sich an bildhafter Sprache, was aber nicht gut gelingt, es klingt ein bißchen gewollt amerikanisch und man weiß dann auch von wem wohl das Vorwort stammt. Am Schluss dann die folgende Wahrheit: "Man sucht vielmehr, wie Kinder dies zu tun pflegen, nach der vermeintlichen Hand des Weisen und folgt in der Regel der Spur des Rattenfängers". Dies möge auch als Schlusswort dieser Rezension genügen.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Der Titel ist irreführend: Abgesehen von den besonders positiv auffallenden Beiträgen "Über den Geist der Geisteswissenschaften" und "Ein Besuch beim Titelhandel" trifft man m.E. hauptsächlich auf kulturwissenschaftliche Selbstbeweihräucherung. Originalzitate ohne Übersetzung erwarten vom Leser neben englischen wie selbstverständlich auch französische und lateinische Sprachkenntnisse, ganz zu schweigen von vielfältiger literarischer Vorbildung. Andererseits wird in einem Nebensatz mal eben festgestellt, die Leistungsfähigkeit eines Computer bemesse sich in Megabytes ("Das Glück der größten Zahl"), was eher falsch als ungenau ist! Generell finden sich in diesem Buch öfter pauschale, schlecht recherchierte Abwertungen (s. obige Kundenrezension), z.B. des Internets, die lediglich die Einseitigkeit der Standpunkte der Autoren dokumentieren - und ihre mangelnde Bereitschaft, sich ernsthaft mit diesen Dingen zu befassen.
Leider findet sich eine derartige Geringschätzung naturwissenschaftlich-technischer gegenüber literarischer und sprachlicher Bildung bei vielen Kulturwissenschaftlern.
Die Frage, ob denn nun tatsächliche eine "Verdummung" der "breiten Masse" stattgefunden hat und diese vielleicht früher einmal klüger war, bleibt am Ende unbeantwortet.

Zwei Sterne, weil trotzdem auch einige lesenwerte Artikel enthalten sind und das Thema m.E. tatsächlich dringend einer Behandlung bedarf.

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Die neuesten Kundenrezensionen
Endlich wird das laut gesagt, was viele tatsächlich denken.
Eine äußerst erfrischende Lektüre für diejenigen, die etwas Abwechslung suchen und mal gerne das Kind beim Namen nennen. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von a_freeminder veröffentlicht
Einseitig verstandene Aufklärung
Das Buch lädt nicht dazu ein, das Selber-Denken anziehend zu machen. Im Namen der Aufklärung die "Unaufgeklärten" und die Massen der Sich-Denken-Sprechen-Lassenden... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Dezember 2006 von Prof Dr Kornelia Hauser
Vom Verfall der Denk- und Sichtwelten
Jürgen Wertheimer, Professor für Komparatistik der Universität Tübingen, schreibt in der von ihm herausgegebenen Aufsätzesammlung Strategien der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Oktober 2006 von buechermaxe
Dummheit auf höchstem Niveau!
Eine hervorragende Abhandlung der Dummheit! Die Autoren sind augescheinlich vom Fach und haben sich ihren Gegenstand sorgfältigst angeeignet. Lesen Sie weiter...
Am 14. November 2003 veröffentlicht
Begriffen?
Ganz klar, dieses Buch ist von (geisteswissenschaftlichen) Intellektuellen für Intellektuelle geschrieben und beinhaltet wohl die beißenste und tiefgründigste... Lesen Sie weiter...
Am 11. April 2002 veröffentlicht
Unglaublich
Es ist unglaublich wie sich hier sogenannt Intellektuelle der deutschen Sprache bemächtigen. Die Sätze strotzen von Fremdwörtern, Fachausdrücken und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. April 2002 von S. Kiesel
Schwer und irritierend
Von Intellektuellen für Intellektuelle und (abschnittsweise) über Intellektuelle. Ein Marathon der Langatmigkeit. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Januar 2002 von Carsten Krautwald
Ja aber
Das Buch hat mir von der Zielsetzung und Umsetzung gefallen; da aber bereits lobende Kommentare hier stehen, will ich Kritikpunkte erwähnen:

Das Buch ist einseitig aus der... Lesen Sie weiter...

Am 28. November 2001 veröffentlicht
schlecht recherchierte Sammlung nutzloser Abwertungen
Das Buch ist gaaanz, gaaanz schwach.

Zum Beispiel macht sich ein Herr Wolfgang Kemp auf Seite 115 über ein „Institute for Fuzzy Logic" lustig: „Wer denkt bei... Lesen Sie weiter...

Am 4. November 2001 veröffentlicht
Dummheit als Apokalypse
Es beginnt wie eine mittelschwere Erregung. In durchaus polemischem Ton beklagen die Herausgeber in ihrem Vorwort eine Dummheit, die sich anschickt, Gewaltherrschaft... Lesen Sie weiter...
Am 11. Oktober 2001 veröffentlicht
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