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Zehn Autoren, zehn Beiträge. Am dichtesten am Thema Strategien der Verdummung die drei Eingangsaufsätze: Peter V. Zima: "Wie man gedacht wird" ('Freilich wird es die Sprache noch eine Weile geben, obwohl sie im Supermarkt kaum noch gebraucht wird'), Martin Doehlemann: "Dumme Sinnsysteme" ('sich vorzustellen, Martin Luther hätte gesagt: Hier stehe ich! Ich kann auch anders. Walte Fortuna. Abracadrabra') und Uwe Wirth: "Diskursive Dummheit" ('Selbst die Nichtinformation tritt mit der Geste der Wichtigkeit auf').
Sonderpreise für die amüsantesten Texte:
Heinz Schlaffer: "Über den Geist der Geisteswissenschaften". Die zuvor in der Rundschau erschienenen Glossen beleuchten den gar nicht so geringen Anteil der Geisteswissenschaften -- jedenfalls so, wie sie im Moment an den Universitäten betrieben werden -- an dem Phänomen Verblödung und Infantilisierung (Rezensent hat zweimal laut gelacht).
Ulrich Schulz-Buschhaus: "Anleitungen zum tadellosen Sprachgebrauch". Für jeden, der schreibt, ist die Lektüre nicht ganz ungefährlich: Lesen Sie den Text vor dem Spiegel, wenn Sie rot werden, wissen Sie: 'Auch meine Sprache ist -- wenigstens mitunter -- vom allgegenwärtigen Unfug infiziert!'
Nun, natürlich: Wer liest so etwas schon! Aber mittlerweile dürften solche Bändchen ohnehin weniger der Aufklärung der Öffentlichkeit dienen, als vielmehr der Selbstvergewisserung jener Profiteure der Bildungsrevolution vor 30 Jahren, die schwer Errungenes nicht kampflos preisgeben mögen. Ein legitimer Zweck. --Michael Winteroll
Dummheit ist ein ergiebiges Thema zumal die Dummheit der Anderen. Ein Vergnügen, sich das Maul über Dumme zu zerreißen. Und Dummheit findet sich überall. Ganze Bücher kann man mit ihr füllen. Warum also nicht gleich ein Buch zum Thema herausgeben? Vielleicht sind Jürgen Wertheimer und Peter V. Zima ähnlichen Gedanken gefolgt, als sie die Texte für Strategien der Verdummung Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft zusammengestellt haben. Mehr Tiefsinn mag man ihnen nach der Lektüre des Bandes nicht mehr unterstellen. Sind die einzelnen Beiträge teilweise auch sehr lesenswert, der Sammlung fehlt das verbindende Element, das gemeinsame Thema, welches der Titel vorgaukelt. Es handelt sich hier nicht um Texte, die Strategien der ja vielleicht sogar zur Verdummung untersuchen. Stattdessen lesen wir in höchst amüsanten Glossen von Heinz Schlaffer von den lächerlichen Ritualen des (geistes-)wissenschaftlichen Universitätsbetrieb. Wolfgang Kemp beschreibt den Handel mit akademischen Titeln in den USA und Europa, und Ottmar Ette liefert eine Rezension der Arbeiten Roland Barthes zur Dummheit und kommt dem offiziellen Thema des Buches damit schon sehr nahe. Hannelore Schlaffers Text, der sich mit der Rolle von Superlativen im öffentlichen Diskurs beschäftigt, behandelt vielleicht sogar eine Strategie der Verdummung: die große (oder kleine) Zahl zur Verschleierung von Bedeutungen. Lehrreich und unterhaltsam mag das alles sein warum es in einem Sammelband vereint wurde und warum wir es lesen sollten, bleibt unklar. Diese Beliebigkeit muss dem verantwortlichen Lektor beim Verlag C. H. Beck ebenfalls aufgefallen sein. Für die Rückseite des Buches ist ihm kein besserer Text eingefallen, als ein scheinbar willkürliches Zitat aus einem der Beiträge: eine Aufzählung von offensichtlich lächerlichen Talk-Show-Themen einiger Privat-Fernsehsender. Dass diese Aufzählung nichts über die Aufsätze verrät, erscheint nach der Lektüre des gesamten Buches weniger als Versehen denn als Symptom der Konzeptlosigkeit des Projektes. Mit anderen Worten: Nicht kaufen! Rezensent: Jörg Lippert
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Zwei Sterne, weil trotzdem auch einige lesenwerte Artikel enthalten sind und das Thema m.E. tatsächlich dringend einer Behandlung bedarf.
Das Buch ist einseitig aus der... Lesen Sie weiter...
Zum Beispiel macht sich ein Herr Wolfgang Kemp auf Seite 115 über ein „Institute for Fuzzy Logic" lustig: „Wer denkt bei... Lesen Sie weiter...
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