Aus der Amazon.de-Redaktion
Birgit Schwenger, seit über 20 Jahren eingefleischter Fan von
Star Wars, reichte im Juni 1996 ihre Magisterarbeit mit dem Titel
Strategien des Ereigniskinos 'Star Wars' als neues Erfolgskonzept Hollywoods ein. Darin nimmt sie sich der großen Krise der Filmgesellschaften in Hollywood an und fühlt ihr auf den Zahn, indem sie George Lucas' neu entdeckte Strategien aus alten Zeiten genau untersucht und sich fragt, ob diese einen Ausweg aus der angesprochenen Krise bieten und wie dieser aussehen könnte. Das hier besprochene Buch basiert auf eben dieser Magisterarbeit und liegt in der zweiten und stark erweiterten Auflage von 2002 vor.
Zwar durchaus im Stil des Uni-Diktats, aber vor allem auf Universitätsniveau verfasst, steht der Leser auch ohne entsprechende akademische Ausbildung nicht wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berge, sondern kann als schlichter Kenner des fantastischen Genres und im optimalen Falle als eingefleischter Kinogänger durchaus mit dem von der Autorin benutzten Fachvokabular mithalten. Wo die Grenze hinüber zur rein akademischen Weisheit überschritten wird, nimmt sich Schwenger die Zeit, genau zu beschreiben, was sie eigentlich sagen will, und verliert bei all den Einzelheiten und ihren Definitionen nie den roten Faden aus dem Blick.
Der Leser erfährt auf 175 Seiten, was ein "Eventmovie" eigentlich ist, wie sich der Film hinter diesem Begriff im Laufe der Zeit gewandelt hat und welche Impulse dabei von George Lucas stammen. Begrifflichkeiten wie "Cross-Marketing-Strategien", "Wertschöpfungsketten", aber auch Konzepte wie das "Merchandise als Bindeglied zwischen Event-Movie und Alltagswelt" oder die "Rolle des Internets in den Vermarktungsstrategien" von Hollywood-Unternehmen werden auf interessante und verständliche Art und Weise von der Autorin an Beispielen analysiert, erklärt und ihr Wert in der heutigen Kinolandschaft erläutert. Schließlich rundet ein Ausblick auf das Großkino des 21. Jahrhunderts den unterhaltsamen und vor allem hoch interessanten Lesegenuss ab.
Natürlich ist Strategien des Ereigniskinos 'Star Wars' als neues Erfolgskonzept Hollywoods keine leichte Literatur. Platte Aussagen, einfach dahingeworfen, sowie als selbstverständlich wahr angesehene Vermutungen und Spekulationen oder einfach nur plakativ formulierte Sätze sucht, erwartet oder erhofft sich der Leser in diesem Buch aus dem Paragon-Verlag vergebens. Birgit Schwenger nähert sich mit einer vorher festgelegten Herangehensweise ihrem Ziel, erklärt stets und unermüdlich und bleibt in diesen Erklärungen immer sachlich und auf einem gleich bleibend hohen Niveau.
Liest man sich durch so manche Magisterarbeit, wird schnell klar, dass ein guter Magister nicht zwangsläufig ein guter Autor sein muss. Bei der Lektüre des vorliegenden Buches stellt der Leser aber ebenso schnell fest, dass das hier anders ist. Diese sorgfältige Arbeit wurde völlig zu Recht einem größeren Publikum zugänglich gemacht und sollte von jedem gelesen werden, der sich für die wirkliche Welt hinter der Leinwand im Kino interessiert, -- für eine Welt, in der man Strategien entwirft, langfristige Pläne schmiedet und hart kalkulieren muss, um zu überleben. --Mike Hillenbrand
Der Verlag über das Buch
"Star Wars" revolutioniert HollywoodKaum ein Film war so richtungsweisend wie 1977 "Star Wars", der Science-fiction-Welterfolg des Regisseurs George Lucas. Das Leinwandepos wurde zum Trendsetter, zwei Fortsetzungen folgten; inzwischen ist Episode I als "Prequel" in den Kinos - und weitere Teile sind angekündigt...
Bis heute beeinflusst die "Star Wars"-Serie die Filmproduktion in Hollywood: Ohne das seinerzeit revolutionäre Weltraum-Spektakel sähen Kassenknüller heute anders aus. "Star Wars" veränderte das System Hollywood nachhaltig.
Die Filmjournalistin Birgit Schwenger hat sich eingehend mit der Geschichte der "Star Wars"-Filmreihe befasst. In "Strategien des Ereigniskinos" analysiert sie nicht nur Faktoren, die zum Erfolg von Lucas' Epos führten, sondern untersucht auch, wie dieser Film zu einem der größten Phänomene der Popkultur unserer Zeit wurde.
Die Autorin greift hierzu auf das Konzept des "event movie" zurück, des "Ereignisfilms". Der Attraktionswert eines solchen Films liegt nicht bloß in ausgefallenen Inhalten, sondern vor allem in der technischen Brillanz sowie der aufwendigen Produktion - und zieht so das Interesse eines breiten Publikums auf sich. Als einer der ersten Filme überhaupt begriff sich "Star Wars" als Teil einer übergeordneten Freizeitindustrie, mit deren Angeboten die Filmindustrie ab den Achtzigerjahren immer stärker konkurrieren musste.
Durch persönliche Gespräche und Kontakte zu wichtigen Akteuren "hinter der Szene" verschaffte sich Birgit Schwenger wertvolle Einblicke in das Innenleben des "Star Wars"-Universums, die in ihre gleichermaßen fundierte wie spannend zu lesende Untersuchung eingeflossen sind.