Nach eineinhalb Jahren Wartezeit endlich herausgekommen. Das muss doch gut sein. Die Ideen von vor 20, 30 Jahren sind gereift. Die Lektüre ist nur anstrengend, weil man die unsäglich penetranten Werbebotschaften und Selbsthuldigungen überlesen muß, die insbesondere die PIMS-Datenbank und Syntegration, aber immer die Person Malik betreffen - dafür sollte sich der Autor endlich einmal schämen. Malik hat auf großen Namen aufgebaut, sich die Rechte zusammengekauft, die Stiftung der Uni Sankt Gallen in eine Profitorganisation umgebaut und sich an die Spitze gesetzt. Er hat ein Monopol aufgebaut, das auf wesentliche Erkenntnisse der Kybernetik, Bionik und Systemik aufbaut, wie vielleicht Monsanto bei Weizen und Apple bei Musik, Handys und Google beim Datensammeln, aber eben im Bereich des ganzheitlichen Managements. Ohne noch sehr viel Geld mehr in sündhaft teure Beratung und Datenkäufe zu stecken, kommt man nicht dazu, dieses exzellente Modell umzusetzen. Meint man zuerst.
Doch das Buch zu lesen ist sehr zu empfehlen. Genauso wie die riesigen anderen Marken bietet Malik eben einen hohen Nutzen, man nimmt die Marotten eben in Kauf, wie bei Google, Apple und Co. Malik ist der beste Beweis für eine langfristige, nachhaltige Strategie und deren Umsetzung. Er versteht es, sich einen Markt zu schaffen, geschickt abzuschotten und eine Prämie dafür zu kassieren. Wenn wir in Deutschland doch auch mal so agierten, dass wir nicht immer nur mehr Schulden machten? Also, auch Ihr Politiker, lest das Buch und handelt danach.
Ich bin gerne davon überzeugt worden, dass die Fülle von Erkenntnissen und Modellen wirklich dabei helfen, Geschäfte von Beginn bis zum Ende sauber zu managen. Und das im Grunde doch einfach und schnell, auch für kleine Unternehmen, selbst wenn das Buch sich an Manager mit großen fremden Taschen zu richten scheint, die den Stab von Malik einkaufen sollen. Die Modelle von Malik greifen alle ineinander, man kann und sollte damit arbeiten. Malik ist ein hervorragender Didaktiker, er kann lehren, das Lesen ist mit obigen Einschränkungen ein Genuss an Erkenntnis. Die Modelle sind einfach, aber nie banal und man sieht die Welt nach der Lektüre mit anderen Augen, findet leichter Argumente für vorhandenes Bauchgefühl und kann sich viel leichter orientieren in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Heilsgewissheiten, die der Autor großspurig in die Welt setzt, kann man getrost ignorieren. Man darf auf dem Boden bleiben. Der Unterschied von Malik und seinen "größeren" Vorgängern (z. B. Gälweiler, Drucker, Vester, Beer, Marcheti, auch Bateson, von Foerster et al.) ist wahrscheinlich der, dass Malik die theoretischen Erkenntnisse fundiert verbindet und hervorragend aufbereitet.