Es ist nicht so, dass ich eine grundsätzliche Abneigung gegen schwer verständliche Bücher habe, aber:
Den Lynch-Charme durch eine derart wissenschaftliche und permanent überladene Formulierungsweise zu zerstören ist einfach unangebracht. Einige Beispiele/Sätze:
Die Freisetzung der polymorphen stimmlichen Materie; Das filmische Sprechen findet zu einer spezifisch musikalischen Logik des Intervalls; einerseits im Wechsel zwischen schnellen und langsamen Tempi; andererseits in der durchgängigen Modulation vokaler Timbres und Lautstärken, die sich bei Lynch über eine Skala von Nuancen zwischen Grollen und Kreischen []erstrecken.
Und das sind nur einige Beispiele, die mir beim Durchblättern der ersten 36 gelesenen Seiten aufgefallen sind. Ab da hatte ich keine Lust mehr, da ist ja Jura-Literatur interessanter.
Kurz gesagt: wer auf einen teils unglaublich gehobenen Sprach-/Schreibstil steht, der sollte sich dieses Buch anschaffen. Alle anderen, die die Faszination der Lynch-Filme auf eine etwas verständlichere Weise vermittelt bekommen wollen, möchte ich auf die neue Auflage (2006) des Buches Lynch über Lynch hinweisen.