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"Ich fand es immer faszinierend, wie Männer Dinge sagen und wie das Gesagte dann von Frauen verstanden wird", sagt Amos, die sich mit unterschiedlichen real existierenden Frauen über deren Verhältnis zum jeweiligen Song unterhielt. Aus den verschiedenen Sichtweisen der Stücke, die sie kennen lernte, deutete sie Songs von unter anderen Lou Reed, den Stranglers, Slayer und Lennon/McCartney um. Und natürlich ist sie nicht schüchtern. Konsequent, ohne zu zerstören, ist sie heuer mal Ani DiFranco näher als Kate Bush. Sie gibt, indem sie nimmt.
Eminems "Bonnie & Clyde" etwa nimmt sie den Groove und den Leuten die Möglichkeit, zu dieser Blutrauschfantasie zu tanzen. Depeche Modes "Enjoy The Silence" nimmt sie das köstliche Pathos, um ein Vielfaches an Intensität im Zwiegesang mit sich selbst und dem Klavier zu erreichen. Den Schmuseklassiker "I'm Not In Love" entschlackt sie vollkommen, zieht ihm die Synthies und den Hall aus, bis er nackt ist, lässt praktisch alle Harmonien ungespielt und singt lediglich begleitet von einem modernisiert tickenden Maschinenbeat: eine verletzte, aus fadenscheinigen Gründen von einem unaufrichtigen, feigen Mann zurückgewiesene Frau. Von der süßlich-artifiziellen Schönheit des Originals ist nichts übrig. Es ist ein neues Stück. Eins von Tori Amos. Slayers "Raining Blood" und der Neil-Young-Klassiker "Heart Of Gold", expressionistisch und frei, sind gleich gar nicht mehr zu erkennen.
Kein Ausfall auf Amos' sechstem Album, das sich in diesem Rahmen allenfalls mit Stina Nordenstams People Are Strange oder Mark Kozeleks AC/DC-Coverversionen vergleichen lässt. --Rolf Jäger
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Es gelingt ihr aus einem oberflächlichen, achtziger Jahre Hit wie `Enjoy the Silence' von Depeche Mode eine Ballade zu machen die wirklich unter die Haut geht.
Aus dem, seinerzeit vom Radio schon fast totgespielten `I don't like Mondays' von den Boomtown Rats macht Tori's Stimme ein kleines musikalisches Juwel.
Dem Song `Happiness is a warm gun' vom White Album der Beatles setzt sie Reden und Statements von US-Amerikanischen Politikern gegenüber und macht so daraus ihre eigene Kritik zu den laschen Waffengesetzen in den Vereinigten Staaten.
Bei dem Lied `Raining Blood' von Slayer zeigt sie uns, nur mit Klavier und Stimme, dass sie eine naturbegabte Musikerin ist, die ihr Handwerk sehr wohl versteht.
Und in dem Song `97'Bonnie & Clyde' von Eminem, dem bösen Buben des Rap und HipHop, holt Tori die Stimme der fiktiven Ehefrau, die von ihrem Eheman Eminem in den Kofferraum gesperrt und dann in einem See ertränkt wird, in den Vordergrund, und macht so deutlich was sie von Gewaltverherrlichung und –banalisierung hält.
„ ...Das Lied hat mich als Phänomen beeindruckt. Erschreckender als den Text selber finde ich, dass überall auf der Welt Menschen zu solchen Worten Tanzen.“
Sagt Tori Amos dazu in einem Interview. Und: „...Ich mag es nicht, wenn jemand versucht, mit rüden, kontroversen Texten eine schnelle Mark zu machen, um dann später zu behaupten: Hey, war doch nicht so gemeint...“
Sie meint sicher alles was sie sagt und singt. Und deswegen hören sich ihre Lieder auch alle so gut an. Endlich mal Coverversionen die den Originalen wirklich Konkurrenz machen, oder sogar besser sind als diese.
Eine gelungene Interpretation berühmter Songs die Tori Amos da zustandegebracht hat.
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