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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Düster und atmosphärisch, 7. April 2005
Das zweite Album der Doors unterscheidet sich doch um einiges zum ersten; natürlich haben die Doors ihen typischen Stil beibehalten - es gibt wohl auch kaum eine Band, die einen derart eigenen und kaum zu kopierenden Stil hat wie die Doors. Trotzdem ist "Strange Days" doch ein ganzes Stück anders als der Erstling, meiner Meinung nach vielseitiger und weiter entwickelt und vor allem noch düsterer. Natürlich gab es schon auf dem Debütalbum dunkle Stücke wie "End Of The Night", aber diese Stimmung zieht sich bei "Strange Days" fast durch das gesamte Album. Außerdem ist "Strange Days" vielleicht das poetischste Album, wie die Lyrics des Gänsehaut-Gedichts "Horse Latitudes" oder des vor Erotik knisternden "My Eyes Have Seen You" beweisen. Letzteres ist von der Melodie noch einer der helleren Songs, genau wie "Moonlight Drive" - einer der ersten Songs, den Morrison verfasste. Ich liebe auch das kurze "People Are Strange", mit dem sich wohl jeder, der mal einsam ist, identifizieren kann, das mystisch klingende "Can't See Your Face In My Mind" und - einer meiner Lieblingssongs der Doors überhaupt - das melancholische "You're Lost, Little Girl" mit dem herrlichen Gitarrensolo von Robby Krieger; unglaublich, was der da spielt! Das Highlight aber ist zweifelsfrei das dramatische Epos "When The Music's Over" - was für ein poetisch formulierter Weckruf an die Gesellschaft, auch an die Hippie-Generation, die leider trotz gut gemeinter, friedvoller Ziele zu sorglos lebte und sich letztlich nicht vom Fleck bewegte. Jim Morrison, der nie Gesangsunterricht hatte, beweist hier, was für ein unglaubliches Charisma seine Stimme hatte - es kann wohl auch niemand so markerschütternd schreien wie er. Das geht einem wirklich durch und durch! Ein ganz großes Werk der Doors und für mich zusammen mit "L.A. Woman" ihr bestes Album.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Strange days have found us..., 5. Dezember 2004
Dieses Album fängt das surreale Element der Doors besonders treffend ein. Allein schon das Cover zeugt von einer abseitigen Stimmung jenseits damaliger Hippy-Mode. Eine seltsame, düstere Stimmung geht von vielen Songs aus. Die Akkordmuster, die hier verwendet werden, sind in doorstypischer Manier außergewöhnlich. Die romantisch anmutenden Songs haben in der Lyrik eine dionysische Dunkelheit. Heitere Stücke wie "Moonlight drive" muten da eher bizarr an. Herzstück des Ganzen ist "When the musics over". Morrison ist düsterer Dichter. Bilder von stampfenden Hufen ertrinkender Pferde, mit weit aufgerissenen Augen; der Schrei des Schmetterlings, eingebettet in einem orgellastigen Blues; das verlorene Mädchen, das gefragt wird: "wer bist du?" geben einen Eindruck der Erlebniswelt des Sängers. Die Pforten sind hier weit geöffnet. Die Artisten auf dem Cover bieten eine Vorstellung an, die Vergnügen suggeriert, aber ihre bizarren Welten halten Erschreckendes bereit. Seltsame Tage haben uns niedergehen lassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geniestreich Nummer Zwei, 22. Oktober 2008
Wer in einem einzigen Jahr zwei derartig brilliante Alben wie "The Doors" und "Strange Days" aus dem Ärmel schüttelt, den darf man getrost zu den ganz Großen der Musikgeschichte zählen, unabhängig davon, dass die Band aufgrund der tragischen Lebensumstände Jim Morrisons ohnehin eine legendäre Aura umwehte.
In gerade einmal einer reichlichen halben Stunde Spielzeit entfaltet diese Platte wieder ein ganzes Universum an Empfindungen, Eindrücken, Gedanken und sprachlichen Bildern. Jim Morrisons Texte, mehr Dichtung denn schnöde Rocklyrics, laden ein, auf Tuchfühlung zu gehen, einzutauchen in eine doch fremde Welt.
Mit wabernden Orgelsounds eröffnet der Titelsong das Album, gefolgt vom tieftraurigen "You're Lost Little Girl". Das die Doors auch großartige Blueser waren, beweist einmal mehr "Love Me Two Times", dieser Song läd einfach zum rhythmischen Mitwippen ein. Die für 1967 so typischen psychedelischen Elemente werden bei "Unhappy Girl" ausgepackt, ehe der wohl dramatische Höhepunkt des Albums naht: Das verstörende "Horse Latitudes", ein von bizarren Sounds umrahmter deklamierter Alptraum mit grandiosem Text.
"Moonlight Drive" fängt eher geruhsam an, ehe sich Morrison in immer forderndes Verlangen steigert und die Band den Intensitätshebel umlegt. Das anschließend folgende nur zweiminütige "People Are Strange" ist einer meiner Lieblingssongs der Doors. Das verspielte Geklimper Ray Manzareks im Hintergrund täuscht eine gewisse Harmlosigkeit vor, die aber von den verbitterten Worten Morrisons über Einsamkeit und Abweisung konterkariert wird.
"My Eyes Have Seen You" rockt und stampft voran und steht im krassen Gegensatz zu "I Can't See Your Face", das wieder auf psychedelischen Traumpfaden wandelt.
Wie auch schon auf dem Debütalbum, wo das geniale "The End" die Platte beschloss, gibt es auch hier noch einen ellenlangen Brocken zum Ende - "When The Music's Over", knapp 11 Minuten lang. Dort versammelt sich noch einmal alles, was diese Band so einzigartig machte. Meisterschaft an den Instrumenten, zum Teil in improvisationsartigen Passagen ausgelebt und darüber thronend ein wahrer Monolith Morrison'schen Dichtguts. "Cancel My Subscription To The Resurrection, Send My Credentials To The House Of Detention". Wahnsinn!
Alles andere als volle Punktzahl verbietet sich.
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